MedienABC

März 13, 2009

Games do not kill. Guns do.

Gespeichert unter: Computerspiele — Sigrid @ 6:05

Mittwoch habe ich an einer Wiener Volksschule für einen Elternabend  zum Thema “Kinder und Medien heute” einen Vortrag gehalten. Das Thema Computerspiele kommt unweigerlich immer zur Sprache, und so habe ich, wie schon öfter, mich bemüht zu entwarnen und versucht zu vermitteln, dass aus wissenschaftlicher Perspektive keinerlei Konsens darüber besteht, dass es kausale Zusammenhänge zwischen Computerspielen und erhöhter Gewalt gibt. Dann komme ich nach Hause und höre im TV von den neuesten “Amokläufern” in Winnenden und in den USA und natürlich dauert es keine fünf Minuten bis das Wort Killerspiele fällt. In einer Doku über Amokläufer der Vergangenheit (Erfurt, Columbine), die nach Mitternacht ausgestrahlt wird – offensichtlich wurde die schon für den nächsten Fall vorproduziert, wird dann versucht, mit bunten Magnetresonanzbildchen vom Gehirn eines Computerspielers irgendetwas zu beweisen, was aber nicht sehr überzeugend ist. Das nervt. Was sich wohl die Eltern und LehrerInnen dachten, als die nach dem Elternabend diese Nachrichten hörten?  Hier ein Link zu einer Initative auf Flickr Games do not kill. Guns do. 

Das ist besser.

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Games do not kill. Guns do. von heckmueller  Mehr bei digiom.

Januar 27, 2009

Medienbildung ist Teil der Allgemeinbildung

 

Medienbildung - Medienkompetenz

Medienbildung - Medienkompetenz

In letzter Zeit scheint der Begriff Medienbildung in vielen Diskursen die Begriffe Medienpädagogik und Medienkompetenz abzulösen. Es wurde erkannt, dass Medienpädagogik nicht unbedingt positive Assoziationen weckt. Einerseits werden im allgemeinen Sprachgebrauch damit oft eher bewahrpädagogische Inhalte und Anliegen gemeint, im Sinne eines Versuches der Erziehung in Hinsicht auf eine Änderung des Mediennutzungsverhaltens. Andererseits wird unter Medienpädagogik oft das verstanden, was eigentlich Mediendidaktik ist, das Lernen durch Medien im Unterricht. Der inflationäre Gebrauch des Begriffes Medienbildung ist mir leicht suspekt: Wird hier nur alter Wein in neuen Schläuchen verkauft?

Bei MediaCulture Online habe ich eine interessante Definition von Medienbildung von Dieter Spanhel gefunden. Besonders brauchbar finde ich die Grafik von Jochen Hettinger, die sehr deutlich Medienpädagogik und Medienbildung voneinander abgrenzt. Ich habe sie neu gestaltet, damit sie auch meinen persönlichen Design-Ansprüchen standhält, und ich sie in meinen Lehrveranstaltungen verwenden kann.

Hier zitiere ich den Beitag von MediaCulture Online:

Im Laufe der letzten Jahre taucht in der Diskussion um die Medienpädagogik immer häufiger auch das Wort “Medienbildung” auf. Während die Aufgaben der Medienpädagogik recht klar beschrieben sind, steht eine Definition der Medienbildung noch am Anfang. Medienbildung erschöpft sich nicht in der Vermittlung von Medienkompetenz, sondern weist über die reine Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten hinaus. Der Begriff erfasst sowohl die mediale Gestaltung unseres Alltags als auch die Anforderung an Kommuniktionsfähigkeiten, die medienvermittelt an uns gestellt sind sowie kulturelle Aspekte.

Dieter Spanhel hat die Medienbildung so beschrieben: “Im engeren Sinne ist dann Medienbildung ein Aspekt der Persönlichkeitsbildung als Prozess und als Ergebnis des Prozesses der Vermittlung von Welt und Selbst durch Medien. Medienbildung ist ein Prozess, in dem der Heranwachsende und der Erwachsene sein ganzes Leben hindurch eine kritische Distanz zu den Medien und ihren Weiterentwicklungen aufbaut und eine Verantwortungshaltung gegenüber den Medien und im Umgang mit ihnen einnimmt. In diesem Kontext wird dann Medienkompetenz zusammen mit anderen Kompetenzen (z.B. Sozial-, Fach- oder Selbstkompetenz) zu einer wesentlichen Voraussetzung für Persönlichkeitsbildung. Wesentlich deshalb weil ohne Medienkompetenz überhaupt keine Bildung möglich ist, weil alle Bildung auf dem repräsentationalen Denken, also auf dem Zeichengebrauch beruht. In diesem Sinne müsste Medienbildung als Teil der Allgemeinbildung gesehen werden”.

November 11, 2008

YouTube

Viele Leute kennen sie ja schon, die YouTube-Produktionen von Prof. Michael Wesch und seinen Studentinnen, immerhin gehören einige zu den meistgesehenen und -diskutierten Viral Videos im Netz.

Hier noch einmal: A Vision of Students today und der Klassiker über das Web 2.0: The Machine is Us/ing Us. Unlängst habe ich auch diese “Anthropologische Einführung in YouTube” (An anthropological introduction to YouTube) angeschaut. Das Video ist ca. eine Stunde lang und bietet einen hervorragenden und faszinierenden Einblick in die soziale und kulturelle Welt von YouTube.

Vision of Students Today

An anthropological introduction to YouTube

The Machine is Us/ing Us (Final Version)

Lernen über Medien – Werbung und digitale Spiele

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Auf  www.wissensspieler.at findet sich ein eine hervorragende Idee für ein Unterrichtsprojekt zum Thema  “Werbung und digitale Spiele,” durch welches sich exemplarisch sehr viel über die Funktions- und Wirkungsweisen von Medien lernen lässt, und dabei an Hand eines Themas, das viele Jugendliche interessiert und über das viele bereits Expertenwissen verfügen. Ein pdf lässt sich auch gleich runter laden. Ich hoffe Alexander Pfeiffer bringt, wie angekündigt, zukünftig noch mehr solche Ideen auf seinem Blog.

August 29, 2008

Neue Kulturtechnik

Ganz aktuell ein guter Beitrag im Standard unter dem Titel Das fehlende Notebook. Helmut Spudich argumentiert, dass Digital Literacy bzw. umfassende Computerkompetenzen als wichtigste Kulturtechnik seit Gutenberg schon ab der ersten Schulklasse vermittelt werden sollte. Ich zitiere aus dem Standard:

Übrigens wird der nächste Pisa-Test, dessen für Österreich meist mittelmäßigen Ergebnisse gern mit ritueller Selbstzerknirschung begleitet werden, einen eigenen Teil für “Digital Literacy” umfassen – also die digitalen Lern- und Schreibkenntnisse der Schüler testen. Früh übt sich, wer hier gut abschneiden will.

Natürlich geht es nicht darum, bei OECD-Test-ergebnissen zu glänzen. Es geht darum, dass die Schule die wichtigste Kulturtechnik seit Gutenbergs Buchdrucktechnik und der industriellen (und damit billigen) Produktion von Papier und Schreibzeug weitgehend ignoriert. Mein üblicher Zusatz: Gemeint ist die Schule als System, nicht gemeint sind gute Initiativen einzelner Schulen, Klassen, Lehrerinnen und Lehrer. Ein oder zwei Computer pro Klasse oder ein Computerraum pro Schule: Das wäre so wie ein paar Bücher pro Klasse oder eine Handbibliothek für alle Kinder, und geschrieben wird nur im “Schreibsaal”.

Ich würde dazu anmerken, dass diese neue “Literacy” Medienbildung in umfassendem Sinn einschliessen sollte. (auch Umgang mit Photographie, Film, Video sind wichtige neue Kulturtechniken – praktisch ist, dass diese mittlerweile auch via digitaler Technologie ausgeübt werden können – d.h. dass der Computer als Werkzeug ergänzt durch weitere Geräte wie Kameras, Audio-Aufnahmegeräte, Scanner usw. das zentrae Gerät bleibt.) 

Das Problem allerdings sind nicht so sehr die Kosten für die Ausstattung mit Computern oder Laptops, sondern die Kosten und der mangelnde politische Wille für die dazu notwendige LehrerInnenausbildung. Wie Beispiele in anderen Ländern zeigen, mangelt es selbst dort, wo die technische Ausstattung hervorragend ist, wie in der Schweiz oder in Silicon Valley, an dem nötigen Know How bei LehrerInnen, die Geräte auch wirklich sinnvoll im Unterricht einzusetzen. Möglichkeiten und Beispiele für spannenden, relevanten und schülerzentrierten Unterricht gäbe es genug, aber wer kümmert sich darum, dass dieses Wissen auch die Lehrerinnen erreicht?

August 9, 2008

Mix deine Hits

Da meine Familie britisch sozialisiert ist, gibt es bei uns keine Semmeln sondern cereals, also Corn Flakes und Co. zum Frühstück. Seit wir in Österreich leben, ärgere ich mich über die meistens blödsinnigen Werbegeschenke in den Packungen. In Großbritannien waren da lustigere Sachen dabei. Aber heute, als ich im Supermarkt nach bewährten Kellogsprodukten griff, zeigte sich, dass ihnen hier mal was Gescheiteres eingefallen, ist, jedenfalls so macht es den ersten Eindruck. In den Packungen findet sich jeweils eine aus einer Serie von CDs mit Software, die zur Medienproduktion einlädt. Mix Master erlaubt es vorgegebene Tonspuren DJ mässig zu scratchen; mit Hit Studio kann man Songs aus verschiedenen Tonspuren mischen; Mit Clips Studio kann man Musikvideos basteln und mit Dance kleine Animationen machen. Ich habe zwar noch keines der Produkte getestet, und ich nehme an, dass sie nur eingeschränkte Funktionen haben und beschränkt Kreativität zulassen, aber wer weiss. Ohne für Kellogs Werbung machen zu wollen, lässt sich damit sicher das eine oder andere kleine Schulprojekt schon in der Volksschule gestalten, ohne hohe Softwarekosten und Sorgen (falls die ein Lehrer hat) darüber, dass man irgendwelche Copyrights verletzt. Das Interface von Clip Studio erinnert durchaus an andere Videoschnitt-Software und so lassen sich damit erste Schritte der Medienproduktion spielerisch erlernen und Grundkenntnisse der Funktionen und Terminologie erwerben, um dann die Neugierde auf mehr zu machen. 

Interessant ist das auch aus einer anderen Perspektive, da sich an dieser Werbekampagne zeigt, dass das was unter Remix-Culture meist in Sinne von kreativen Subkulturen abhandelt wird, bereits längst zum Mainstream gehört. Aktive Medienpartizipation erlernen die Kinder, die Zugang zu einem Computer, dem Internet und der einen oder anderen (Gratis) Software haben und über ein soziales Netz der Unterstützung verfügen ganz nebenbei. Es wird Zeit, dass da auch in den Schulen komplementär dazu Medienbildung betrieben und Multimodalität gefördert wird.


August 6, 2008

Sammelkarten


Der folgende Beitrag soll Impulse für ein Unterrichtsprojekt zusammenfassen, welche im Zuge des MiVA Projektes umgesetzt werden sollen. Dieses hat Sammelkarten zum Thema und soll die Möglichkeiten, die Sammelkarten als Mediengenre bieten, im Unterricht ausloten. Es dient als Beispiel für multimodale Lernaktivitäten im Klassenzimmer, welche kulturelle Ressourcen aus der Alltagskultur von Kindern in den Unterricht einbeziehen. Populäre Praktiken, Narrative, Bilder und Genres aus der Populärkultur bilden ”Wissenschätze,” die in der Schule herangezogen werden können, um Kinder aus vielfätigen sozialen und kulturellen Hintergründen aktiv einzubinden, und neue Wege in des fachübergreifenden Unterichts auch in Bezug auf Medienbildung zu gehen.

Sammelkarten sind ein populärkulturelles Phänomen, welches im Gegensatz zur Begeisterung und ausdauernden Beschäftigung, welche diese bei Kindern auslösen können, bei Erwachsenen eher gerade mal geduldet, wenn nicht abgelehnt wird. Wer je einen sieben- oder achtjährigen Buben kannte, der seine Eltern damit quält, weil er ständig neue Pokémon, Yu-Gi-Oh oder Magic Karten haben möchte und im Klassenzimmer mehr mit den Karten als mit den Schulaufgaben befasst ist, der weiss, wovon ich spreche. Dieser Wikipedia Artikel über Sammelkartenspiele gibt mehr Auskunft.

Sammelkarten sind ein wenig beachtetes komplexes Mediengenre, welches Elemente von crossmedialer Medienkultur, populäre Narrative und ludische Aspekte miteinander verbindet. Wer sich einen Einblick in die Welt von Pokémon aus einer Cultural Studies Perspektive, bzw. aus der Sicht von Kindern und Erwachsenen machen möchte sollte “Gotta Catch ‘em all: Structure, Agency and Pedagogy in Children’s Media Culture” von Buckingham and Sefton-Green Media Culture Society.2003; 25: 379-399 lesen. Und hier ein Text von Mizuko Ito zum Thema Yu-Gi-Ho: “Intertextual enterprises: Writing alternative places and meanings in the mixed media networks of Yugioh”.

Sammelkarten sind nicht nur kommerzielle Produkte, die den Kindern und Eltern erfolgreich das Geld aus der Tasche ziehen, sondern wurden und werden auch als Genreform von Privatpersonen produzert. Ein paar Beispiele:

David Gauntlett, Soziologieprofessor, derzeit an der University of Westminster, hat mit seinen “Theory Trading Cards” ein ironisches Spiel mit dem Sammelkartengenre gespielt. Seine Sammelkarten zeigen bedeutende Figuren aus Philosophie und Wissenschaft, wie Adorno, Bourdieu oder Max Weber, also populäre Helden der anderen Art. Nicht nur das, man kann Foucault und Giddens auch als Actionfiguren bewundern.

Ein immer beliebter werdendes Phänomen sind Artist Trading Cards (ATC) – auch über diese kann man sich umfassender auf Wikipedia und vielen anderen Websiten, zB hier über ACT als Kunstform, hier über die Geschichte und hier über Techniken informieren. ATC sind handgefertigte Sammelkarten, welche zu dem Zweck angefertigt werden, gesammelt und getauscht zu werden, ohne dass dabei Geld eine wichtige Rolle spielt. Wer mehr und schönere Karten produziert, kann sich dadurch auch eine umfassende Sammlung anderer Karten zulegen.

Als drittes Beispiel möchte ich auf eine Webapplikation hinweisen, ein so genanntes Flickr-Tool, mit dem man aus Fotos mit minimalem Aufwand eigene Sammelkarten zaubern kann: Trading Card Maker von Bighugelabs. Man könnte auch Karten hier bestellen, aber es ist einfacher sie selbst zu gestalten. Ich habe mal hier eine gebastelt:

Hinweise und Ideen für Unterrichtsprojekte zu Sammelkarten auf der umfassenden Website:
ACTs in the Classroom
und zum mehr Lesen gibt es auch dieses Buch:

Trading Cards to Comic Strips. Popular Culture Texts and Literacy Learning in Grades K-8 (Taschenbuch) von Shelley Hong Xu, Rachael Sawyer Perkins, Lark O. Zunich

Tja, und beizeiten wird es hoffentlich eine Zusammenfassung von Ideen geben, wie Sammelkartenprojekte konkret in Volkschulklassen in Wien umgesetzt werden.

August 2, 2008

Türkische Zeitungen

Gespeichert unter: Uncategorized — Sigrid @ 10:53

Ich bin gerade über diesen lesenswerten Beitrag  ”Neulich beim Greissler” gestossen, wobei der Greissler sich über türkische Zeitungen äußert, und eigentlich betrifft das das Thema Medienbildung nur am Rande. Oder? Im angelsächsischen Forschungsdiskurs über Literacy setzt sich immer mehr die Ansicht durch dass Lesen und Schreiben nicht nur als kognitive Prozese zu verstehen sind, sondern als soziale, kulturelle Praktiken – Lese- und Schreibfähigkeit hängt vom sozialen kulturellen Kontext ab, und die Frage, wie weit auf die kulturellen Praktiken und Vorerfahrungen von Kindern auch in der Schule eingegangen wird, hat Auswirkungen auf deren schulischen Erfolg. Dazu gehören Erfahrungen mit Filmen, Fernsehen, Büchern und Zeitungen, die natürlich auch in Migrantenhaushalten, aber eben vielleicht in anderen Sprachen als Deutsch zu finden sind. Das nur am Rande.

Aber um zum Ausgangspunkt zurückzukommen, im aktuellen Falter wird ein Buch rezensiert, welches sich mit dem Thema Migration in Europa befasst (Klaus Bade u a (Hrsg) Enzykolpädie Migration Europa. Vom 17. Jh. bis in die Gegenwart”, und ich zitiere aus der Falter-Rezension von Barbara Töth:

Österreich spielt aufgrund seiner geografischen Lage im “Herzen” Europas, wie die österreichische Historikerin Sylvia Hahn in ihrem Beitrag formuliert, eine besondere Rolle in der europäischen Migrationsgeschichte. Mit Fremden war man immer schon konfrontiert. So stieg die Bevölkerung Wiens von 250.000 um das Jahr 1800 auf rund 1,7 Millionen um 1900 an. Zuwanderer stellten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in vielen Städten zwischen zwei Drittel und drei Viertel der lokalen Bevölkerung. Nach Ende des 2 Weltkriegs befanden sich 1,6 Millionen ausländischen Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und ehemalige KZ-Insassen in Österreich.

Das kann man gar nicht oft genug wiederholen, vor allem wenn jetzt wieder Wahlkampfzeiten auf uns zukommen, in denen das Ausländerthema sicher wieder verbraten wird. Also auch in diesem Sinne Medienrelevanz.

Juli 4, 2008

Guerilla Art Fotoprojekt

Gespeichert unter: Medienbildung & Medienerziehung, Schulprojekt — Sigrid @ 8:33

Auf dem Blog Wish Jar der Designerin Keri Smith finden sich immer wieder originelle Einträge und Ideen. Hier ist eine Beschreibung eines ungewönlichen künstlerischen Schulprojektes, bzw. Guerilla Art Projektes: exercise #75 found photos Die Spielregeln sind einfach:

1. Mache ein Foto von Dir an verschiedenen Schaupätzen
2. Hänge das Foto nahe dem Ort auf, wo Du es gemacht hast.

Eine Lehrerin aus der Normadie in Frankreich setzte diese Idee mit den Kindern ihrer Schulklasse auf dem Schulgelände in die Tat um. Sie machte Fotos von den Kindern bzw. von bestimmten Ausschnitten oder Körperteilen entsprechend der Wünsche der Kinder, und diese hängten dann die Fotos an den jeweiligen Orten auf. Die ganze Schule war an der Suche nach den Bildern beteiligt, die wie eine lustige Schatzsuche oder Schnitzeljagd empfunden wurde. Keri Smith hat ein Buch The Guerilla Art Kit mit vielen weiteren Ideen veröfftenlicht. Ein paar Tipps gibt es auch auf ihrem Blogeintrag How to be a Guerilla Artist

Teddies auf Reisen

Heute bin ich zufällig über ein medienpädagogisches Projekt gestossen, das mir überaus gut gefällt. Volkschulklassen in Deutschland, Slovienien und Lithuenien schicken jeweils einen Plüschbären pro Kind auf Reise in ein Gastland, und die Kinder dokumentieren online in Form von Texten und Fotos, was die Teddies auf ihrem Besuch so alles erleben. Die Kinder kommunizieren dabei via einer geschlossenen Plattform, aber auf der Seite Teddybear Project kann man sich einen Eindruck verschaffen. Die Kinder verwenden Sprache, Text, Bild, Computer und Internet zu echten gegenwärtigen Kommunikationszwecken, und nicht erst in Hinsicht auf eine ferne Zukunft, dabei lernen sie auch Englisch. Die Verschiebung des Fokus auf Teddybären gewährleistet einerseits, dass sich die Texte und Bilder auf den gelebten Alltag der Kinder beziehen und aus deren Erfahrungen schöpfen, andererseits ermöglicht dies auch, persönliche Gefühle, Gedanken und Beobachtungen auf die Bären zu projizieren und über diese in der dritten Person zu berichten. Das schafft, trotz Verankerung in der Realität, auch Raum für Fantasie und Imagination. Die Bären werden also hier zu social objects (Engestroem).

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