MedienABC

Mai 30, 2007

Medienpädagogik für Haustiere

Gespeichert unter: Allgemeines — sj @ 9:57

Sinn für Humor zeigt die Medienpädagogik an der Universität Kassel mit ihrer Forschungsseite zur Medienpädagogik für Haustiere.
Medien als Teil der Alltagswelt – auch der von Hunden und Katzen:

img_0326.jpgimg_0318.jpgkatze1.jpg

Mai 28, 2007

Nicht die Technologie, sondern die Inhalte bestimmen das Ergebnis.

114446615687-thumb.jpg
cartoon von www.gapingvoid.com

In vielen Ländern gab und gibt es breite regierungsgestützte Intitiativen, die die Einführung von Computern in Schulen und Klassenzimmern inklusive Internetzugang sowie die Aus-und Fortbildung von LehrerInnen vorantreiben, so natürlich auch in Österreich. Die Einführung von Computern im Klassenzimmer führt jedoch nicht automatisch zu besseren Lernergebnissen – dies ist die Erkenntnis, zu der etliche vom EPPI – Centre in London durchgeführten Vergleichsstudien kamen. Das vielleicht nicht so ganz überraschende Ergebnis: LehrerInnen sind wichtiger als Technologie. Die Wirkung und Resultate bezüglich IKT und Literalität (Sprache/Lesen/Schreiben/Literatur) hängen von den Ideologien, Wertvorstellungen und Methoden ab, die die LehrerInnen einbringen. Well, duh!

Interessant aber ist eine Vergleichsstudie, die sich mit der Beschäftigung und der Produktion von Moving Image Text im Klassenzimmer, also mit Film- und Medienbildung im weiteren Sinn im Unterricht beschäftigt. Diese Film- und Medienbildung beruht auf einem erweiterten Begriff dessen, was „Lesen/Schreiben“ eigentlich ausmacht und bezieht sich explizit auf populär-kulturelle Praktiken und die Anwendung digitaler Medien auch ausserhalb der Schule.

Etliche Studien fanden, dass der Unterricht, in dem ein Zusammenhang zwischen media literacy und den Medienerfahrungen und Interessen junger Menschen hergestellt wird, höhere Motivation und mehr Qualität in der Arbeit hervorbrachte. Die Auseinandersetzung mit audiovisuellen Medien führte zu positiven Ergebnissen in Hinblick auf eine breit definierte Literalität - ein „Lesen/Schreiben/Sprechen/Verstehen“, welches multimodale Kommunkation (multimodal literacy) mit einschliesst.

Multimodal literacy ist ein Begriff, der in angelsächsischen Ländern sowohl in der Forschung, aber auch in der pädagogischen Anwendung, zum Beispiel in Lehrplänen, Empfehlungen und Richtlinien bereits Eingang gefunden hat. Die social semiotic theories of multimodal communication, die Theorie der Multimodalen Kommunikation, so der EPPI-Report, bietet nützliche Werkzeuge, um Lernprozesse im Zusammenhang mit audiovisuellen Medien zu untersuchen und verstehen.

(mehr…)

Filmbildung für LehrerInnen

Das Österreichische Filmmuseum in Wien bietet vom Montag, 2. Juli, bis Mittwoch, 4. Juli 2007 zum ersten mal eine Summer School, ein 3-tägiges Filmseminar für LehrerInnen.

Von Lehrkräften wird immer stärker Kompetenz in Medien-/Filmpädagogik erwartet. In den Bildungs-Agenden wird dabei zu oft die Grundlage für eine sinnvolle Filmvermittlung übersehen: das differenzierte Sehen.

Das Österreichische Filmmuseum ist eine „Schule des Sehens“. Unsere Filmvermittlung besteht nicht alleine aus der bloßen Präsentation relevanter Positionen der Filmgeschichte, sondern auch aus der Vermittlung einer differenzierten Wahrnehmung und Identifizierung möglicher Lesarten eines filmischen Werkes: Was ist Film – Material, Dokument, Kunstform? Wie ist er einsetzbar? Welche Lesarten brachte er und bringt er hervor?

„Der Film ist die wichtigste Kunstgattung seit 1895.“ Und: „Der Film ist das wichtigste zeitgeschichtliche Dokument seit 1895.“ – mit diesen beiden Sätzen skizzierten die Filmmuseums-Gründer 1967 die Eckpunkte des Hauses. Entlang dieser beiden Pole orientiert sich auch die Summer School für LehrerInnen, auch wenn sich dabei Fragestellungen, Betrachtungsweisen und Erfahrungswelten entfalten, die nicht eindeutig zuordenbar sind. Film ist immer Kunst, und kann gleichzeitig auch immer Dokument sein; und umgekehrt.

Zielgruppen sind alle Lehrkräfte, die sich im Unterricht mit dem Thema Film auseinander setzen oder diesen für den Unterricht einsetzen möchten.

Mai 26, 2007

Warum lieben Kinder McDonalds?

Gespeichert unter: Cultural Studies, Populärkultur — Sigrid @ 3:56

happyhalloween.jpg

Gibt es eigentlich empirische, ethnographische Untersuchungen über die Frage, warum Kinder McDonalds lieben? Ich meine keine kapitalismus-globalisierungskritischen Arbeiten, sondern eine (vor)urteilsfreie Untersuchung darüber, warum  McDonalds bei Kindern so beliebt ist? Was verursacht diese spontane Begeisterung bei Kindern? Welche kulturellen Praktiken sind mit MacDonalds verbunden? Inwieweit kollidiert in Bezug auf McDonalds die Vorstellungswelt von bildungsbürgerlichen Mittelstandseltern mit den Vorlieben ihrer eigenen Kinder? Wie zeigen sich im Bildungsbürgertum innerfamiliäre Machtkämpfe und werden Machtverhältnisse artikuliert, damit Kinder im Sinne von Bourdieus Habitus allmählich den „guten Geschmack“ der Eltern annehmen und McDonalds ablehnen lernen?

Reality Bytes: Mythen und Vorurteile über Computerspiele

Gespeichert unter: Bewahrpädagogik, Populärkultur, Videospiele — Sigrid @ 3:18

Henry Jenkins entzaubert in Reality Bytes: Eight Myths About Video Games Debunked gängige Mythen und Vorurteile über Computer/Videospiele. Hier die Liste der Mythen auf Deutsch:

1. Die Verbreitung von Videospielen verursacht eine gegenwärtige jugendliche Gewaltwelle.

2. Die Wissenschaft sieht eine Verbindung zwischen Gewaltspielen und jugendlicher Agression.

3. Kinder sind der Hauptmarkt für Videospiele.

4. Nur wenige Mädchen spielen Videospiele.

5. Weil Videospiele dazu verwendet werden, Soldaten zum Töten auszubilden, haben sie die gleiche Wirkung auf Kinder, die sie spielen.

6. Videospiele sind keine Ausdrucksform von Bedeutung.

7. Videospiele verursachen soziale Isolation.

8. Videospiele desensibilisieren.

Jenkins Gegenargumente hier: Reality Bytes: Eight Myths About Video Games Debunked Kann nützlich sein, die zur Hand zu haben, beim nächsten Amoklauf, irgendwo.

Schmutz und Schund

Gespeichert unter: Bewahrpädagogik, Populärkultur, retro — Sigrid @ 1:17

kinderfernsehen.jpg

Eine Website, die im Zuge eines Studienprojektes des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen enstand, beschäftigt sich mit der Geschichte und Gegenwart des Kampfes gegen „Schmutz und Schund“, in der Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegszeit und mit zeitgemässen Auseinandersetzungen wie z.B. um „Big Brother“.

„Gängiger als Schmutz und Schund sind wohl heute in der Alltagssprache Bezeichnungen wie Schrott, Käse, Mist, Müll. Den meisten Menschen werden auf der Stelle Produkte der Unterhaltungsindustrie einfallen, die sie dieser Rubrik zuordnen: Comics, Liebesschnulzen, Westerngroschenromane, Fernseh-Seifenopern … .“

„Der Streit um Schmutz und Schund hat eine mehr als hundertjährige Tradition. Diese Auseinandersetzung findet auch heute noch statt und stand im Mittelpunkt des Projektes. Nicht einzelne Produkte oder Genres der Populärkultur als solche interessierten – das Verbindende der Beiträge ist die Frage nach der Etikettierung, dem Stempel, der den umstrittenen Angeboten aufgedruckt wird.“

„Der EKW-Tradition folgend, lag uns die Perspektive der NutzerInnen besonders am Herzen und wir sahen uns eher auf der Seite der SchundkonsumentInnen. Deshalb wollten wir Bedeutung und Funktion des Streites verstehen. Uns interessierte der alltägliche Umgang mit dem negativ Besetzten, dem angeblichen Schund.“

Es gibt dazu auch eine Publikation mit ausführlichem Literaturverzeichnismit und Bild- und Tonmaterial auf einer beiliegenden CD-ROM zum Bestellen. Kaspar Maase (Hrsg) (2001) „Prädikat wertlos : der lange Streit um Schmutz und Schund / Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen.“

Über den österreichischen Kampf gegen Schmutz und Schund arbeitet Edith Blaschitz.

schmokergrab.jpg

Mai 25, 2007

Kodak Instamatic

Gespeichert unter: In eigener Sache, retro — Sigrid @ 7:50

Nach Sichtung dieses flotten Kodak-Werbefilmes aus den Sechziger/frühen Siebziger Jahren des letzten Jh. kann ich mich nicht zurückhalten, und muss ein weiteres Teilchen meiner Medienbiographie hier anbringen.

Meine erste Kamera war die Kodac Instamatic 33, die mich durch Kinder- und Jugendzeit begleitete. Fotoausarbeitungen musste ich allerdings von meinem Taschengeld bezahlen, und da das teuer war, lernte ich rasch, genau hinzuschauen und meine Bilder bewusst zu komponieren. Die Flashcubes (siehe Video) waren mir meistens auch zu teuer, also lernte ich Tageslicht zu nutzen. Mit den Digitalkameras heute hat man diese Probleme natürlich nicht, und neidvoll schaue ich zu, wie die Leute einfach drauflosklicken. Denn eine Digitalkamera habe ich mir bis heute nicht gegönnt. Ein bisschen altmodisch darf man ja wohl sein. Obwohl, allerdings hat ja mein Handy auch eine eingebaute Kamera. Nur wie krieg ich die Bilder in den Computer rein?

Ich habe zwar schon Videos in Final Cut Pro geschnitten, ab bei der Handytechnologie setzts dann plötzlich bei mir aus. Na, man muss ja nicht alles wissen. Ich warte darauf, bis ich ein Handyprojekt in einer Schule mache. Dann wird mir sicher eines der Kids zeigen, wie es geht.

kodak.jpg

Mai 22, 2007

Immersive Education

immersive.jpg

Immersive Education ist eine britische Softwarefirma, die sich darauf spezialisiert hat, hochwertige Software für Lernzwecke zu entwickeln. Immersive Education entstand 1999 aus einer Zusammenarbeit zwischen der Oxford University and Intel. Die Produkte sind für Schulen, aber auch für Einzeluser zu Hause erhältlich

Mission Maker zum Beispiel ist ein Tool, das in Zusammenarbeit mit dem Institute of Education (wo ich studiert habe) entwickelt wurde: Mission Maker. Innerhalb einer dreijähriger Entwicklungszeit wurde diese 3D games authoring platform geschaffen, welche es Schülern und Schülerinnen ermöglicht, ihre eigenen Videospiele zu entwickeln und natürlich auch zu spielen, und das ohne Programmierkenntnisse.

Mit Kart2touche kann man Rollenspiele, Storyboards, und Trickfilme gestalten. Das Programm enthält eine Archiv von Figuren, Toneffekten, Hintergründe, die in 3D bewegt werden können. Man kann Text, Sprechblasen und Ton dazugeben und alles als QuickTime Movie sichern. Von Kartouche gibt es 50 verschiedene Titel, die passend zu  Lehrinhalten diverser Schulfächer geschaffen wurden, also z.B. für diverse Shakespeare-Dramen (Englisch), die alten Ägypter oder den zweiten Weltkrieg (Geschichte), Elektrizität (Physik) und viele andere.

Mediastage ist ein 3D tool mit dem man richtige Animationsfilme machen kann: Man arbeitet an Drehbuch, Figuren, Bühnenbild, Requisiten, Regie, Kamerabewegung, Beleuchtung, Audio-Aufnahmen, Schnitt. Man kann die Bewegungen der Figuren kontrollieren, Dialoge aufnehmen, Kamerapositionen einstellen und schneiden, alles in einem Programm.

Wie man sieht, können Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft also auch für die Medienpädagogik fruchtbar sein.

World of Warcraft zum Sprachenlernen

Gespeichert unter: Populärkultur, Universität & Forschung, Videospiele — Sigrid @ 4:36

blpdawdfz3rxjng9qmiqza.jpg
„Do you speak Spanish?“

The education arcade stellt ein Forschungsprojekt vor, bei dem untersucht wird, ob sich Word of Warcraft dafür eignet, eine Fremdsprache, im vorliegenden Fall Spanisch, zu lernen. Der Grundgedanke ist, dass sowieso schon so viel Arbeit in kommerziellen Spielen steckt, die auch in Lokalsprachen übersetzt werden, und dass Sprachlehrer und Spielentwickler dies benutzen könnten, um billig unterhalsame Lernumgebungen zu schaffen.

In Anküpfung an meinen früheren Post Mit Donald Duck fürs Leben lernen, in dem ich beschreibe, wie mir Comics lesen beim Italienischlernen und Fernsehen beim Englischlernen geholfen hat, finde ich das eine spannende Idee. Denn ich fand es immer schon einleuchtend, populäre bzw. kommerzielle Produkte auch für das Lernen zu nutzen, denn hier stimmt die Qualität – und in dem Fall meine ich damit den Kosten/ Entertainmentfaktor. Ausserdem baut die Nutzung auf persönlichen Interessen & Vorlieben, Diskursen und Kommunkationspraktiken auf – der Nutzen geht weit über das reine Spachenlernen hinaus.

Mein Sohn hat mir kürzlich von seinen ersten Eindrücken von WoW erzählt. Könnte ich ihn dazu bringen WoW auf Italienisch zu spielen? Das würde ihm vielleicht helfen, seinen letzten Vierer auf die Italienisch-Schularbeit wieder auszubügeln (auf hochdeutsch: seine Schulnoten zu verbessern). Das Problem ist nur, wenn ich ihm den Vorschlag mache, nimmt er ihn sicher nicht an ;-)

Hier mehr zu Warcraft Teaches Spanish, Part 1

Mai 18, 2007

Proto-Multimedia

Gespeichert unter: retro — Sigrid @ 9:25

474002714_c51b4528e3.jpg

Die Show’n Tell Picturesound Machine, die mit Schallplatten und einem Filmstreifen gefüttert wurde. Mehr darüber hier auf lileks.com

Nächste Seite »
  • About

  • Neueste Artikel

  • Kategoriewolke

    Bewahrpädagogik Community of Practice Computerspiele Cultural Studies Filmvermittlung In eigener Sache Internet Kurioses Lehrerausbildung media education Media Education & Media Literacy media literacy Medienbildung & Medienerziehung Medienpädagogik Multimodal Literacy Onlinevideo Politik Populärkultur remix retro Satire & Humor Schulprojekt Tagung Uncategorized Universität & Forschung Unterrichtsmaterial Video Videospiele Visual Literacy Vortrag & Lehre Web 2.0 & Social Software Wettbewerbe Österreich Österreichische Medienpädagogik Blogs
  • Del.icio.us

  • Archive

  • EuroMediaLiteracy charet signatory
  • Add to Technorati Favorites
  • Bloggen Sie auf WordPress.com.