MedienABC

August 31, 2007

Plädoyer für nachhaltige kulturelle Medienbildung

Fernsehfamilie

Prof. Dr. H. Niesyto von der PH Ludwigsburg spricht sich in dem Beitrag Wege zur Förderung der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen für nachhaltige kulturelle Medienbildung aus. (Konkret dreht es sich um Massnahmen für Baden-Württemberg, seine Argumente gelten aber auch für Österreich.)

„Es geht darum, Medienbildung für alle Kinder und Jugendliche zu ermöglichen und gleichzeitig zielgruppenbezogen Schwerpunkte zu setzen.“

Niesyto fordert die Medienbildung als verbindlichen Bestandteil in der Ausbildung von Erzieher/innen, Lehrer/innen und Sozialpädagog/innen, damit Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Milieus in formellen und informellen Bildungskontexten Chancen erhalten, um vorhandene Medienkompetenzen zu erweitern.

Er argumentiert:

Woran es vor allem fehlt, ist die verbindliche Verankerung medienpädagogischer Inhalte in der Ausbildung von pädagogischen Fachkräften sowie schulnahe Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.“

„Wir brauchen eine kritische Masse von sehr gut ausgebildeten Medienpädagogen, die als Lehrer, Kultur- und Sozialpädagogen in verschiedenen pädagogischen Handlungsfeldern arbeiten. Gleichzeitig brauchen wir in allen pädagogischen Berufen eine medienpädagogische Grundbildung – von der frühen Bildung bis zur Erwachsenen- und Seniorenbildung, um ein Grundverständnis für Fragen der Mediensozialisation und der Möglichkeiten von Medienbildung zu schaffen.“

Genau diese Verbindlichkeit fehlt auch in Österreich – trotz Grundsatzerlass – da Medienbildung kein fixer Bestandteil der Ausbildung von LehrerInnen und Sozialpädagogen ist. Durch die Neuorganisation der Pädaks in Pädagogische Hochschulen, könnten sich hier auch neue Möglichkeiten für die Medienbildung abzeichnen. Das hängt jedoch von ministeriellen Vorgaben ab.

Im folgenden Textausschnitt bezieht er sich konkret auf Kinder aus Hauptschul- und Migrationsmilieus – seine Argumente sind aber allgemein gütlig.

„Die Herausforderung besteht darin, konsequent an den vorhandenen Erfahrungen, Themen und Ausdrucksbedürfnissen von Kindern und Jugendlichen (…) anzusetzen. Die Aufgaben sind so zu wählen, dass sie weder unter- noch überfordern.“

„Auch wenn man subjektorientiert und lebensweltbezogen an vorhandenen medialen Wissensbeständen anknüpft, kann Medienkompetenz nicht in wenigen Projekten geschaffen werden. Ähnlich wie der Erwerb der Schriftsprache bedarf es sehr langfristig angelegter Bemühungen – von Formen einer „medialen Früherziehung“ bis hin zum Erwerb differenzierter medialer Kenntnisse und Gestaltungsformen. Mediale Kompetenzbildung braucht Zeit, Raum für Ausprobieren und Experimentieren und lässt sich nicht im Rahmen eines „Großprojekts“ realisieren. „

Das bedeutet, von der Vorstellung wegzukommen, dass sich Medienbildung häppchenweise erledigen läßt – ohne eine klare Konzeption davon zu haben, worauf sie abzielt, oder durch ein Medienprojekt (oft gegen Schulschluss, da es sowieso für die Noten „nicht mehr zählt“) das aufholen zu können, was im Laufe des Schuljahres verabsäumt wurde.

August 24, 2007

Weltkarte auf den Kopf gestellt

Gespeichert unter: Visual Literacy — Sigrid @ 8:26

August 20, 2007

Computerspiele im Unterricht

Gespeichert unter: Computerspiele, Schulprojekt, Unterrichtsmaterial, Videospiele — Sigrid @ 1:06

Anläßlich der Herbsttagung im Wiener Rathaus Future and Reality of Gaming-Computerspiele in Forschung und Praxis, veranstaltet vom BuPP, hier eine kleine Zusammenstellung von Link mit praktischer Information über den Einsatz von Computerspielen im Unterricht (ohne irgendeinen Anspruch auf Vollständigkeit):

1. Das FutureLab im UK bietet Info über Teaching with Games auf der Basis eine einjährigen Forschungsprojektes über die Anwendung von kommerziellen, also nicht speziell für den Lernbereich entwickelte Computerspielen im normalen Schulunterricht.

Den Endreport „Teaching with Games“ kann man sich als pdf runterladen, genauso wie eine Broschüre Teaching with Games-Guidance for Educators. In dem benutzerfreundlichen Report findet sich eine anschauliche Beschreibung von Fallstudien mit vielen praktischen Hinweisen. Die in dem Projekt erprobten Spiele sind „Knights of Honour“, „The Sims 2″ und „Rollercoaster Tycoon 3″.

2. Auf olliebray.com gibt es vielfältige Hinweise zum Einsatz von Computerspielen oder Webservices wie Google Earth, Flickr oder YouTube für den Geographieunterricht.

3. Jonas Wegener ist ein Verfechter von Computerspielen im Geschichtsunterricht. Auf histucation.wordpress.com finden sich viele Hinweise (auf deutsch) für den Einsatz von kommerziellen Spielen, z.B. „Making History: The Calm & the Storm“ oder „Civilisation“.

4. Kommt Ende August auf den Markt: „Neuromatrix“ von Morphonix ein neues Spiel welches 10-15 Jährige in die Gehirnforschung – Neurowissenschaft einführen soll. Lehrermaterialien finden sich auf der Website.

August 16, 2007

Fahrplannetz des www

Gespeichert unter: Visual Literacy — Sigrid @ 3:05

Weil ich jetzt schon angefangen habe, Landkarten von virtuellen Landschaften zu sammeln, hier noch eine Karte des www:

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Tod durch Power Point

Gespeichert unter: Universität & Forschung, Vortrag & Lehre — Sigrid @ 3:01

Bei der Vorbereitung von Vorträgen ist es immer nützlich sich die Hinweise von Kabarettisten Don McMillan zu Herzen zu nehmen:

Future and Reality of Gaming. Computerspiele in Forschung und Praxis

Vom 21. bis 23. September 2007 veranstaltet die BuPP im Wiener Rathaus eine Fachtagung im Rahmen von „GAME-CITY – Computerspiel findet Stadt.“

Aus der Pressemitteilung:
Die dreitägige Fachtagung in hochkarätiger Besetzung aus dem deutschen Sprachraum richtet sich an pädagogisch und spieltheoretisch interessierte ExpertInnen, SozialarbeiterInnen und BesucherInnen der Veranstaltung „GAME-CITY – Computerspiel findet Stadt“ im Wiener Rathaus.

So viel ich weiss, sind die Tracks am Samstag und Sonntag offen zugänglich – mein Betrag über Medienbildung am Sonntag, den 23.9. um 11h richtet sich insbesondere auch an Eltern und LehrerInnen.
Hier das Programm: Fachtagung Computerspiele in Forschung und Praxis der BuPP

August 12, 2007

Simpsons Avatar

Gespeichert unter: In eigener Sache, Populärkultur — Sigrid @ 10:59
Tags: , ,

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Auf www.simpsonsmovie.com kann man eigene Avatare schaffen, und damit Spingfield und das Web bevölkern. Ich konnte es nicht lassen. Darf ich vorstellen: mein alter ego Prof Lizzie Miller.

August 11, 2007

SPAM – Poesie: „competent axolotl divine“

Gespeichert unter: Cultural Studies, Internet, Kurioses — Sigrid @ 9:27
Tags:

axolotl

Ich bekomme immer mehr Spam mails, und so geht es wohl jedem. Nachdem ich mich erst zunehmend geärgert habe, bemühe ich mich seit geraumer Zeit die Sache mit Humor zu sehen, und wenn ich allmorgendlich die Absender- und Betreffzeilen scanne, versuche ich, mich an der absurden Poesie, die in den täglich neuen Wortschöpfungen steckt, zu amüsieren.

Heute habe ich von „Alisa Alford“ unter dem Betreff: „competent axolotl divine“ ein besonders absurdes mail bekommen:

character against briar breadth. anomie bater colloq attire cairn batik. brontosaurus atrophy cit and countrywide brig compressor bulkhead colloquia. breathtaking barn belfast crow adriatic debate declaim.

Und ein weiteres von Madeleine Maurer mit dem Betreff: „axolotl deplete christian“

aryatid aorta, dialysis deltoid butadiene, albeit afterlife. crest coarsen cbs analogue
broadcast bunsen alcohol. apprehend cornbread beatific cycad crabapple budge brahms bookstore
addend corcoran dioxide ammeter. aldrich birthright bogus dailey begotten alluvial culver

Ohne weiteren Anhang, ohne link, ohne Kaufaufforderung.

Worum geht es hier? Einfach nur darum Datenleitungen zu blockieren und den Cyperspace mit Unsinn zuzumüllen? Wofür steht Aloxotl? Handelt es sich hier um verschlüsselte Geheimbotschaften? Kryptische Aufrufe zu Terroranschlägen? Oder ist es eine poetische Aktion im virtuellen Raum, vergleichbar mit den Zettelpoeten al la Helmut Seethaler, der den öffentlichen Raum in Wien seit drei Jahrzehnten mit Literatur im Kleinstformat in der Form von „Pflückgedichten“ beehrt?

Illustration von hier

August 10, 2007

Harry Potter Übersetzungen

Gespeichert unter: Cultural Studies, Populärkultur — Sigrid @ 10:14

Für alle die ihre Sommerfrische mit der Lektüre von Harry Potter 7 verschönt und noch immer nicht genug haben, hier ein paar interessante Blogbeiträge über das Harry Potter Fan-Universum:

Ein 16 jähriger französischer Jugendlicher wurde verhaftet, weil er den Band übersetzt und die Übersetzung ins Netz gestellt hatte, da die offizielle französische Version erst in drei Monaten erscheinen soll. Mehr auf BoingBoing

Und bei Henry Jenkins gibt es zwei längere Beiträge über die russischen Fan- und speziellen Übersetzungskulturen. Interessanter Lesestoff: ‘Oh, Those Russians!’: The (Not So) Mysterious Ways of Russian-language Harry Potter Fandom (Part One)

(Part Two)

Von Hery Jenkins: Everbody Loves Harry?

Gibts auch schon deutsche Fan-Übersetzungen?

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