MedienABC

November 17, 2007

Medienkunstschule

Günther Mik ist Volksschullehrer und leitet das Projekt Medienkunstschule im MUMOK. Einmal pro Woche produziert er mit einer Gruppe von 6-11 Jährigen „Medienkunst“ – Reaktionen auf laufende Ausstellungen oder Neuinterpretationen von Videos bekannte Videokünstler, und dabei entstehen poetische und manchmal geheimnisvolle Videos, die man auf www.youtube.com/medienkunstschule anschauen kann. Die Kinder erforschen spielerisch und suchend Raum, Körper und Bewegung und machen dabei erste Erfahrungen im kreativen Schaffensprozess in der Arbeit mit Video.

November 15, 2007

Handyvideos

Christian Berger berichtet auf mediaXpuzzle von dem ersten österreichischen Wettbewerb für Handyvideos, der auf der Plattform Handywissen.at ausgeschrieben wurde. Der Wettbewerb richtet sich auch dezidiert and Schulen und Schulklassen.

Auch Schulklassen und Jugendeinrichtungen können am Filmpreis-Wettbewerb teilnehmen. Dafür braucht man keine speziellen Qualifikationen, denn gefragt ist die Kreativität der Teilnehmer, nicht die technische Perfektion. Einzige wirkliche Voraussetzung ist, dass ausschließlich mit dem Handy gefilmt wird, die Nachbearbeitung am Computer ist erlaubt.

Berger schreibt: Endlich wird das Thema aktiv angegangen und dann auch gleich auf eine sympathische interaktive Weise. … Mit dem Handyfilmpreis wird das aktive Nutzen des Mediums auch pädagogisch akzeptiert (im wirklichen Leben ists ja ohnehin schon Alltag) und gleichzeitig die Chance ergriffen refektierte Nutzung anzuregen.

Ich kann seinem Kommentar nur beipflichten. Ich verstehe allerdings nicht, warum in Österreich medienpädagogische Inititativen fast immer nur über Wettbewerbe laufen, so als ob der kreative Umgang mit Medien nicht schon alleine genug Möglichkeiten zu lustvollem Lernen böte. Vielleicht geht es darum, über den Umweg der Wettbewerbe weniger die Kinder als die LehrerInnen zum Mitmachen zu motivieren. Falls da Direktorinnen, wie Berger es andeutet, wirklich etwas dagegen haben sollten, ist das nur ein erschreckendes Zeichen dafür, wie sehr die Lebenswelt der Kinder und die Welt der Schule immer mehr auseinanderdriften.

Die britische Erziehungswissenschaftlerin Jackie Marsh hat in ihrer umfangreichen Studie „Digital Beginnings“ über Kinder von 0-6 gezeigt, dass zwar nur wenige Vorschulkinder Handy schon alleine nutzen, aber dass die Benutzung des Handy mit der Hilfe von anderen zu den normalen kommunikativen Praktiken in Familien gehört, inklusive Telefonieren, Schicken von Bildern oder SMSen. Kinder lernen den Gebrauch von Mobiltelefonen unter Beihilfe von Älteren von klein auf und entwickeln so allmählich ein Verständnis für deren Funktion und Nutzen im sozialen Kontext. Handynutzung ist verankert in der Alltagspraxis von Familien und somit ein fester Bestandteil des medialen Habitus von Kindern heute.

Die Benutzung von Handys gehört zu den digitalen Praktiken, die in einem erweiterten Verständnis von Lese/Schreibfähigkeit als digital literacies heute zu dem, was Alphabetisierung ist, dazugehören. Letzlich ist die Benutzung des Handys genauso wie die Fähigkeit, mit Tafel und Kreide, Bleistift oder Füllfeder zu schreiben, nichts anderes als die Fähigkeit, diese Technologie sinnvoll anwenden zu können.

November 14, 2007

PISA Studie 2007

Gespeichert unter: Politik, Universität & Forschung, Österreich — Sigrid @ 12:28


Pisa von vivneal

Am 4. Dezember wird die neueste PISA Studie veröffentlicht, was wohl wieder in den Medien breit debattiert werden wird. Stefan T. Hopmann und seine Forschungseinheit an der Uni Wien hat Kolleginnen und Kollegen aus mehreren Ländern gebeten haben, PISA aus ihrer Sicht vor allem methodologisch zu bewerten. Herausgekommen ist dabei das Buch: PISA zufolge PISA / PISA According to PISA (LIT Verlag 2007), das diese Woche erscheinen wird. Die Autoren hoffen mit ihrem Beitrag „der gerade in Österreich doch sehr heftigen PISA-Hysterie etwas entgegen wirken zu können.“ Wer also an einer differenzieren Sichtweise interessiert ist, sollte sich dieses Buch zulegen.

November 12, 2007

Comics und böse Kinder

Gespeichert unter: Bewahrpädagogik, Computerspiele — Sigrid @ 4:43
Tags: , , ,

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Auf Boing Boing findet sich ein Bericht über einen Eintrag in der Illustrated World Encyclopedia aus dem Jahr 1954, aus dem hervorgeht, wie gefährlich Comics für Kinder sind, weil sie sie zu bösen oder kriminellen Handlungen verleiten. Dies ist natürlich nur eines von vielen Beispielen in der langen Geschichte des Schmutz-und-Schund Diskurses, der, wenn nicht schon früher, mit Goethes Werther anfing und bis zur Computerspieldebatte heute andauert. (siehe ganzen Beitrag bei Neal)

Hier noch ein Zitat über die Gefahren des Sittenverfalls durch den Walzer aus dem Jahr 1816:

„The indecent foreign dance called the Waltz was introduced … at the English Court on Friday last … It is quite sufficient to cast one’s eyes on the voluptuous inter­twining of the limbs, and close com­pressure of the bodies … to see that it is far indeed removed from the modest reserve which has hitherto been considered distinctive of English females. So long as this obscene display was con­fined to prostitutes and adulteresses, we did not think it deserving of notice; but now that it is … forced on the respectable classes of society by the evil example of their superiors, we feel it a duty to warn every parent against exposing his daughter to so fatal a contagion.“

The Times of London, 1816

November 11, 2007

Schulbücher nicht genügend


art von piece_oX

Die Stiftung Warentest hat sich (deutsche) Schulbücher vorgenommen und diese einer Herz und Nierenprüfung unterzogen und ist zu einem eher vernichtenden Urteil über die Qualität gekommen, (siehe auch TAZ mit einem eher kritischen Beitrag). Ich finde das ist eine gute Nachricht, denn sie bietet ein schlagendes Argument in den ewigen Diskussionen um Ungenauigkeiten und Fehlinformationen in Wikipedia.

Es ist sowieso dringend an der Zeit, dass in den Schulen Informationskompetenz vermittelt wird, welche die Erkenntnis beinhaltet:

1. dass das, was wir über die Welt wissen, einem kontinuierlichen Wandel unterworfen ist, 2. dass keine Informationsquelle, egal ober Buch, Website oder andere 100% fehlerfrei ist, 3. dass das, was wir für „richtig“ halten, auch vom historischen, gesellschaftlichen, geografischen, politischen Kontext abhängt, 4. dass Quellen, Inhalte, Informationen und Autoren immer hinterfragt werden müssen.

via Bildungsblog

November 8, 2007

Media Literacy Award [mla] 07

mla.jpg

Die Präsentation und Preisverleihung findet vom 7.-9. November im
Museumsquartier/ Dschungel statt. Ich war am Eröffnungsabend, an dem Elisabeth Scharang einen Vortrag hielt über das Problem von Privatheit und Öffentlichkeit in der Medienarbeit und die Verantwortung, die letzlich auch junge Medienmacher tragen, bei der Auswahl und Zusammenstellung des Materials, welches sie der Öffentlichkeit zugänglich machen. Sie bezog sich hier insbesondere auf ihre eigenen Erfahrungen mit Radio und dokumentarischem Filmen.
Ich fand das wirklich spannend, vor allem, weil Bewusstsein über diese ethische Dimension des Medienschaffens unter Kindern und Jugendlichen heute enorm wichtig ist, da die Verbreitung von Inhalten an ein breites Publikum online heute so leicht ist – man denke an all die Handyvideos, die auf YouTube zu sehen sind.

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