In letzter Zeit scheint der Begriff Medienbildung in vielen Diskursen die Begriffe Medienpädagogik und Medienkompetenz abzulösen. Es wurde erkannt, dass Medienpädagogik nicht unbedingt positive Assoziationen weckt. Einerseits werden im allgemeinen Sprachgebrauch damit oft eher bewahrpädagogische Inhalte und Anliegen gemeint, im Sinne eines Versuches der Erziehung in Hinsicht auf eine Änderung des Mediennutzungsverhaltens. Andererseits wird unter Medienpädagogik oft das verstanden, was eigentlich Mediendidaktik ist, das Lernen durch Medien im Unterricht. Der inflationäre Gebrauch des Begriffes Medienbildung ist mir leicht suspekt: Wird hier nur alter Wein in neuen Schläuchen verkauft?
Bei MediaCulture Online habe ich eine interessante Definition von Medienbildung von Dieter Spanhel gefunden. Besonders brauchbar finde ich die Grafik von Jochen Hettinger, die sehr deutlich Medienpädagogik und Medienbildung voneinander abgrenzt. Ich habe sie neu gestaltet, damit sie auch meinen persönlichen Design-Ansprüchen standhält, und ich sie in meinen Lehrveranstaltungen verwenden kann.
Hier zitiere ich den Beitag von MediaCulture Online:
Im Laufe der letzten Jahre taucht in der Diskussion um die Medienpädagogik immer häufiger auch das Wort „Medienbildung“ auf. Während die Aufgaben der Medienpädagogik recht klar beschrieben sind, steht eine Definition der Medienbildung noch am Anfang. Medienbildung erschöpft sich nicht in der Vermittlung von Medienkompetenz, sondern weist über die reine Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten hinaus. Der Begriff erfasst sowohl die mediale Gestaltung unseres Alltags als auch die Anforderung an Kommuniktionsfähigkeiten, die medienvermittelt an uns gestellt sind sowie kulturelle Aspekte.
Dieter Spanhel hat die Medienbildung so beschrieben: „Im engeren Sinne ist dann Medienbildung ein Aspekt der Persönlichkeitsbildung als Prozess und als Ergebnis des Prozesses der Vermittlung von Welt und Selbst durch Medien. Medienbildung ist ein Prozess, in dem der Heranwachsende und der Erwachsene sein ganzes Leben hindurch eine kritische Distanz zu den Medien und ihren Weiterentwicklungen aufbaut und eine Verantwortungshaltung gegenüber den Medien und im Umgang mit ihnen einnimmt. In diesem Kontext wird dann Medienkompetenz zusammen mit anderen Kompetenzen (z.B. Sozial-, Fach- oder Selbstkompetenz) zu einer wesentlichen Voraussetzung für Persönlichkeitsbildung. Wesentlich deshalb weil ohne Medienkompetenz überhaupt keine Bildung möglich ist, weil alle Bildung auf dem repräsentationalen Denken, also auf dem Zeichengebrauch beruht. In diesem Sinne müsste Medienbildung als Teil der Allgemeinbildung gesehen werden“.











