
Nicht auf den Schulschluss spiele ich an, obwohl ich wie viele andere Eltern von Schulkindern die Ferienzeit als äußerst angenehm empfinde. Man merkt das immer erst in den Ferien, wie viel Stress in der Schulzeit herrscht und wie viel davon die Kinder heimbringen…
Nein, es geht um „Schluss mit der Schule“, einen radikalen Vorstoss der Erziehungsbehörde Knowsley Council in Merseyside, in GB, die beschlossen hat, im Zuge einer radikalen Erziehungsreform die existierenden elf Schulen der Sekundarstufe zu schliessen und an Stelle dessen sieben topmoderne Lernzentren zu eröffnen, die (fast) rund um die Uhr von 7.00 -22.00, auch in den Ferienzeiten geöffnet sein sollen. Ohne fixe Schulklassen, ohne Stundenplan sollen die Kids in Internetcafe-ähnlichen Lernzonen an Aufgaben arbeiten, die auch Erwachsenen zugänglich sind.
Ein dramatischer Schritt, auf jeden Fall. Ob dies den Anfang vom Ende der traditionellen Schulmodelle bedeutet, die aus dem 19. Jahrhundert stammen, sei dahin gestellt. Noch sind zu viele Fragen offen. Soll hier ein wirklich innovatives Konzept von lernerzentriertem und situiertem Lernen verwirklicht werden, oder werden hier Technologiewunder erwartet, die nie und nimmer erfüllt werden können? (Microsoft tritt hier u.a. als Sponsor auf, das alleine schon gibt Anlass zu regen Debatten in Blogkommentaren.)
Aber wenn ich mir so meinen Sohn anschaue, der in Schulzeiten sich mit hängenden Schultern in die Schule schleppt, und jetzt in seinem Ferialpraktikum bei Okto geradezu aufblüht, frage ich mich wie schon oft zuvor, wie eine radikal andere Schule für die Kinder des 21.Jh. aussschauen sollte. Nicht unbedingt (nur) wie ein Internetcafe, aber auch nicht wie eine Kaserne aus dem vorvorigen Jahrhundert, würde ich mal sagen.
Mehr dazu im Independent , bei Graham Attwell, Stephen Downes, und Will Richardson.



