MedienABC

Oktober 2, 2009

Computerspiele verstehen!

von diversen Pressemeldungen: Während sich immer mehr junge Spieler und Spielerinnen in scheinbar unkontrollierbar bunten virtuellen Welten tummeln, fehlt vielen Erwachsenen, die ihnen über die Schulter schauen, jeglicher Zugang zu dieser Welt.

Interessierten Eltern und PädagogInnen eröffnen die Medienpädagogen Konstantin Mitgutsch (Universität Wien) und Herbert Rosenstingl (BuPP) im Rahmen der Buchpräsentation „Schauplatz Computerspiele. Erklärende Einblicke in den Schauplatz der Computerspiele“ (Lesethek Verlag) einen informativen und praktischen Zugang zur digitalen Spielwelt unserer Jugend. Sie bieten Orientierungshilfen, zeigen auf, worin die große Faszination, eventuelle Gefahren oder sogar förderliche Aspekte des digitalen Spielens liegen und wie man diesen am besten begegnet. Im Anschluss an die Präsentation ist ausreichend Zeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren.

Zeit: Di, 6.10., 18:00
Ort: wienXtra-kinderinfo 7., Museumsplatz 1 – MuseumsQuartier/Hof 2 U2: Museumsquartier
Infos unter: Tel: 01/4000-83424 Eintritt gratis

März 13, 2009

Games do not kill. Guns do.

Gespeichert unter: Computerspiele — Sigrid @ 6:05

Mittwoch habe ich an einer Wiener Volksschule für einen Elternabend  zum Thema „Kinder und Medien heute“ einen Vortrag gehalten. Das Thema Computerspiele kommt unweigerlich immer zur Sprache, und so habe ich, wie schon öfter, mich bemüht zu entwarnen und versucht zu vermitteln, dass aus wissenschaftlicher Perspektive keinerlei Konsens darüber besteht, dass es kausale Zusammenhänge zwischen Computerspielen und erhöhter Gewalt gibt. Dann komme ich nach Hause und höre im TV von den neuesten „Amokläufern“ in Winnenden und in den USA und natürlich dauert es keine fünf Minuten bis das Wort Killerspiele fällt. In einer Doku über Amokläufer der Vergangenheit (Erfurt, Columbine), die nach Mitternacht ausgestrahlt wird – offensichtlich wurde die schon für den nächsten Fall vorproduziert, wird dann versucht, mit bunten Magnetresonanzbildchen vom Gehirn eines Computerspielers irgendetwas zu beweisen, was aber nicht sehr überzeugend ist. Das nervt. Was sich wohl die Eltern und LehrerInnen dachten, als die nach dem Elternabend diese Nachrichten hörten?  Hier ein Link zu einer Initative auf Flickr Games do not kill. Guns do. 

Das ist besser.

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Games do not kill. Guns do. von heckmueller  Mehr bei digiom.

November 11, 2008

Lernen über Medien – Werbung und digitale Spiele

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Auf  www.wissensspieler.at findet sich ein eine hervorragende Idee für ein Unterrichtsprojekt zum Thema  „Werbung und digitale Spiele,“ durch welches sich exemplarisch sehr viel über die Funktions- und Wirkungsweisen von Medien lernen lässt, und dabei an Hand eines Themas, das viele Jugendliche interessiert und über das viele bereits Expertenwissen verfügen. Ein pdf lässt sich auch gleich runter laden. Ich hoffe Alexander Pfeiffer bringt, wie angekündigt, zukünftig noch mehr solche Ideen auf seinem Blog.

Januar 19, 2008

Queen ist Wii Fan

Gespeichert unter: Computerspiele, Populärkultur, Videospiele, remix — Sigrid @ 12:12

In letzter Zeit habe ich gar keine Zeit zum Bloggen, aber diese Nachricht muss ich mit meine werten Lesern teilen: Die Queen soll ein Fan von Wii gewordensein, nachdem sie beim virtuellen Bowling Spiel mit der Nintendo Spielkonsole, eigentlich ein Weihnachtsgeschenk an ihren Enkel Prince William Feuer gefangen hat. So haben die Queen und ich jetzt etwas gemeinsam: Auch ich habe in den Weihnachtsfeiertagen Wii gespielt.Wie man dieser BBC Studie aus dem Jahr 2005 entnehmen kann, gehört das Spielen von Computer- und Videospielen in Grossbritannien zum Mainstream; digitale Spiele werden quer durch alle Altersgruppen, Geschlechter und soziale Klassen gespielt, bis hin zu den Senioren. Jolly well.

Und weil wir schon beim Thema Queen sind, das Video ist ein freches Stück remix mit Helen Mirren als „The Queen“ und „Shrek“ mit der Stimme von Eddie Murphy:

Januar 7, 2008

Kampf gegen die Killerzellen

Gespeichert unter: Computerspiele, Videospiele — Sigrid @ 3:45

Ein interessanter Artikel über Serious Games und den Einsatz von Computerspielen gegen Krebs in der Zeit: Wirksamer als ärztliche Unterweisung: Mit neuen Videospielen lernen Kinder, sich gegen tödliche Krankheiten zu wehren. Das Spiel Re-Mission, wurde für krebskranke Jugendliche gemacht. Evaluiert wurde das Spiel in einer aufwendigen Studie an der Stanford University mit 375 jugendlichen Krebspatienten. Der Studie zufolge stärkt das Spiel den Glauben der Spieler daran, den Krankheitsverlauf beeinflussen zu können, es zeigte sich aber auch eine Verhaltensänderung:

»Wir fanden, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, im Blut der Spieler auch deutlich höhere Konzentrationen der Chemiepräparate und von Antibiotika«, sagt der Kinderarzt und Krebsspezialist Gary Dahl. Die Patienten nähmen ihre Medikamente offenbar regelmäßiger.

Und weiter:

Untersuchungen wie diese widersprechen dem hartnäckigen Pauschalurteil, Videospiele würden per se insbesondere junge Spieler dumm oder gewalttätig machen. Richtig ist zwar, dass Videospiele mittlerweile tief in der Jugendkultur verwurzelt sind. Richtig ist auch, dass manche Spiele aggressive Gedanken schüren und emotional erregen können. Es gibt jedoch keinen Automatismus. Der Generalverdacht, Videospiele seien schlecht für den Spieler, ist unbegründet.

Im Gegenteil wird mit zunehmender Verbreitung der Serious Games deutlich, welches Potenzial sie haben: für die gesundheitliche Aufklärung ebenso wie für die Wissens- und Wertevermittlung. »Diese Spiele lösen den vermeintlichen Gegensatz zwischen lernen und Spaß haben, von Schule und Freizeit ganz einfach auf«, sagt Christoph Klimmt, Professor für Online-Kommunikation in Mainz. Auch wenn sie einen Lehrer nie ersetzen können, »sind sie oft ein besseres Mittel, jemandem etwas beizubringen, als ein Lehrbuch oder eine Unterrichtsstunde«.

November 12, 2007

Comics und böse Kinder

Gespeichert unter: Bewahrpädagogik, Computerspiele — Sigrid @ 4:43
Tags: , , ,

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Auf Boing Boing findet sich ein Bericht über einen Eintrag in der Illustrated World Encyclopedia aus dem Jahr 1954, aus dem hervorgeht, wie gefährlich Comics für Kinder sind, weil sie sie zu bösen oder kriminellen Handlungen verleiten. Dies ist natürlich nur eines von vielen Beispielen in der langen Geschichte des Schmutz-und-Schund Diskurses, der, wenn nicht schon früher, mit Goethes Werther anfing und bis zur Computerspieldebatte heute andauert. (siehe ganzen Beitrag bei Neal)

Hier noch ein Zitat über die Gefahren des Sittenverfalls durch den Walzer aus dem Jahr 1816:

„The indecent foreign dance called the Waltz was introduced … at the English Court on Friday last … It is quite sufficient to cast one’s eyes on the voluptuous inter­twining of the limbs, and close com­pressure of the bodies … to see that it is far indeed removed from the modest reserve which has hitherto been considered distinctive of English females. So long as this obscene display was con­fined to prostitutes and adulteresses, we did not think it deserving of notice; but now that it is … forced on the respectable classes of society by the evil example of their superiors, we feel it a duty to warn every parent against exposing his daughter to so fatal a contagion.“

The Times of London, 1816

Oktober 10, 2007

Warum Kinder ballern und sich prügeln müssen

Gespeichert unter: Computerspiele, Medienpädagogik, Videospiele — Sigrid @ 12:19
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Als Einwurf in die fortdauernde Gewalt und Computerspieldebatte hat nicht nur Christian Swertz bei der Computerspieltagung „Future und Reality of Computer Games“ Anfang September darauf hingewiesen, dass auch die Bibel voller Gewalt sei, jetzt hat ein evangelischer Pfarrer, Thomas Hartmann ein Buch mit dem Titel Schluss mit dem Gewalt-Tabu! Warum Kinder ballern und sich prügeln müssen im Eichborn Verlag veröffentlicht, welches auch schon in diversen Blogs: Pfarrer gegen Bibel, für Killerspiele und Literaturrezensionen, so zB im aktuellen Falter diskutiert wird. Na, da bin ich ja gespannt, inwiefern es Neues zur Debatte beiträgt, was nicht schon z.B. Gerard Jones in Kinder brauchen Monster. Vom Umgang mit Gewaltphantasien gesagt hat. Aber fein, dass das Thema nun öffentlich diskutiert wird.

Illustration von Alex Ross

September 20, 2007

Game City

Pink DS ursprünglich hochgeladen von Vineus

Anläßlich des Game City Events in Wiener Rathaus am kommenden Wochenende und meines Beitrages zur Fachtagung „Future and Reality of Comuter Games. Computerspiele in Forschung und Praxis“ veranstaltet von der BuPP gibt es jetzt Anregungen und Information zu Medienbildung im Unterricht zum Thema Computerspiele auf der MedienABC.at Website.

Die weite Verbreitung von Computerspielen in der Alltagskultur von Kindern wie Erwachsenen, das rege Interesse der Kinder und Jugendlichen an und ihr Vorwissen über die Spielkulturen rechtfertigt, diese zum Gegenstand von Medienbildung im Unterricht zu machen. Die Grundkonzepte dienen als theoretischer Bezugsrahmen und Basis für eine analytisch-kritische und kreativ-praktische Auseinandersetzung mit Computer- und Videospielen als Kulturgut, mit dem Spiel als soziokulturelle Praxis. Zudem gibt es methodische Anregungen für den Einsatz von Medien im Unterricht.

September 15, 2007

Lehrer spielen Computerspiele

Gespeichert unter: Computerspiele, Lehrerausbildung, Videospiele — Sigrid @ 6:04

Die BBC berichtete, allerdings schon 2006: Laut eines Studie (1000 LehrerInnen in England und Wales) unter Mitarbeit von Angela MacFarlane spielen ein Viertel aller britischen LehrerInnen Computerspiele in ihrer Freizeit und ein Drittel setzt Computerspiele im Klassenzimmer ein. Der Großteil ist der Ansicht, dass SchülerInnen durch Computerspiele lernen.

Obwohl zwei Drittel der LehrerInnen sich darüber Sorgen machten, dass die Spiele auch anti-soziales Verhalten verursachen könnten, waren 91% der Ansicht, dass sie motorische und kognitive Fertigkeiten fördern; 60% glaubten, dass sie das Denken und bestimmte Kenntnisse fördern. Leider konnte ich die Studie selbst noch nicht finden.

Ich fände es eher überraschend, wenn österreichische LehrerInnen auch in so einem hohen Maße selbst Computerspiele spielen. Zumindest laut der aktuellen BIMEZ Studie aus OÖ benutzen 0% (!) aller Pädagoginnen Computer zu Computerspielen. (Nach Konsolenspielen wurde nicht gefragt). Es ist anzunehmen, dass die PädagogInnen Computerspielen negativ gegenüberstehen, oder haben sie nur Scheu zuzugeben, dass sie selbst Computerspiele spielen?

Das Bild zeigt übrigens Erfinder Ralph Baer, der die erste Videospielkonsole entworfen hat, und 1967 zum ersten mal ein Spiel für zwei Spieler gespielt hat. „Ich habe verloren“ sagte er laut Wired. Photo: Courtesy of Ralph Baer

September 9, 2007

Digital Heroes

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Auf MTV lief letzte Woche eine Dokumentation über Videospiele. Interessant für alle, die einen Einblick in die Faszination, die digitale Spiele ausüben, und die Geschichte der populärsten Helden, Antihelden und Bösewichte gewinnen wollen. Ermöglicht ansatzweise zu verstehen, womit die Kids eigentlich so viel Zeit verbringen und warum sie so viel Spass daran haben. Also ist diese Dokumentation eigentlich Pflicht für alle Eltern und LehrerInnen. Online kann man sie sich derzeit unter MTV >Channels>Games>AAA Videogames Digital Heroes noch ansehen. Unter anderen spricht auch Medienwissenschaftler Mathias Mertens, Co-Autor der Kulturgeschichte von Computerspielen: Wir waren Space Invaders.

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