MedienABC

November 11, 2008

YouTube

Viele Leute kennen sie ja schon, die YouTube-Produktionen von Prof. Michael Wesch und seinen Studentinnen, immerhin gehören einige zu den meistgesehenen und -diskutierten Viral Videos im Netz.

Hier noch einmal: A Vision of Students today und der Klassiker über das Web 2.0: The Machine is Us/ing Us. Unlängst habe ich auch diese „Anthropologische Einführung in YouTube“ (An anthropological introduction to YouTube) angeschaut. Das Video ist ca. eine Stunde lang und bietet einen hervorragenden und faszinierenden Einblick in die soziale und kulturelle Welt von YouTube.

Vision of Students Today

An anthropological introduction to YouTube

The Machine is Us/ing Us (Final Version)

Dezember 5, 2007

Fernsehverblödung und Multitasking


Sunday afternoon
von cutestmidget

Meine Großmutter hat ein halbes Leben lang einen Haufen Enkerl mit herrlichen Pullovern versorgt, die sie gestrickt hat, während der Fernseher lief. Statistisch gesehen hat sie wohl dabei viel ferngesehen, aber dennoch hat sie typisch für eine Frau ihrer Generation die Hände dabei nie in den Schoss gelegt sondern immer für ihre Familie gearbeitet. Was das bedeutet, ist nicht nur eine Frage von Mediennutzungsdaten.

4 Stunden am Tag. So lange sieht der Mitteleuropäer im Durchschnitt täglich fern. schreibt Hans Weingartner in seiner Einführung zu seinem neuen Film Free Rainer. Er schliesst, dass nach arbeiten, essen und schlafen demnach die Mitteleuropäer 80% ihrer Freizeit vor dem Ferseher verbringen – Das bedeutet: 1 Stunde am Tag zum Leben. – aus seiner Sicht deprimierend.

Ich finde diese ewige gleich einseitige und undifferenzierte Argumentation etwas ermüdend, auch wenn ich die Idee für den Film (ich habe ihn nicht gesehen) und das Thema Quotenerfassungsystem interessant ist. Weingartner mag das Quotensystem zurecht kritisieren, die Mediennutzungsstatistiken stellt er anscheinend aber nicht in Frage.

Diese Perspektive auf den ‘Medienkonsumenten’, der vermeindlicherweise stundenlang hypnotisiert auf der Couch sitzt, und die auf rein quantitativen Angaben zu Mediennutzugsverhalten beruht, ist problematisch. Eine einfache Frage wie „Was sehen Sie im Fernsehen ?“ oder „Wie lange sehen Sie fern?“ ist gar nicht so leicht zu beantworten, wie man glauben möchte. Heisst das, wenn ich mich dabei hinsetze und konzentriert zuschaue? Oder wenn der Fernseher läuft, während ich mich im gleichen Raum oder in der Wohnung aufhalte? Zählt auch, wenn eigentlich mein Partner oder mein Kind etwas anschaut und ich nebenbei mitbekomme, was so läuft?

Marcus Banks weist hier auf verschiedene ethnographische, psychologische und soziologische Studien hin, wie zum Beispiel James Lull (1990) Inside Family Viewing, welche zeigen, dass der soziale Gebrauch von Medien viel komplexer ist als man aus einfachen Zuseherstatistiken entnehmen kann und dass die Bedeutung des Fernsehens im Leben der Menschen möglicherweise wesentlich überbewertet wird. Es sagt:

Sociological and psychological studies as this have revealed what most of us already know from our own experience: that most Euro-Amercans spend a great deal of time not watching televison when it is on.

Tatsächlich läuft der Fernseher oft im Haushalt, während viele andere Tätigkeiten gleichzeitig ablaufen, und manche Forscher wie auch Fernsehmacher gehen davon aus, dass der Gebrauch des Fernsehers oft eher dem eines illustrierten Radios gleicht, das heisst man hört nebenbei zu und sieht manchmal hin.

Banks führt dann weitere Beispiele aus eigener Forschung an, in denen gezeigt wird, wie zum Beispiel auch in indischen Dörfern der laufende Fernseher nur eine Nebenrolle spielt, gleichzeitig mit vielfältigen häuslichen Tätigkeiten und sozialen Interaktionen.

Banks selbst vergleicht die Rolle des Fernsehers und seine materielle Präsenz in einem Haushalt mit einem älteren Verwandten, ich sage mal einem schrulligen Onkel, der meistens in seinem Lieblingssessel in der Ecke sitzt, gerne vor sich hinmurmelt und hin und wieder etwas Interessantes sagt. Ich interpretiere weiter, er ist ein liebenswertes, manchmal lustiges, vielleicht auch manchmal etwas nerviges Familienmitglied und man schenkt ihm Aufmerksamkeit, aber in Maßen.

Aus meinem eigenen Haushalt kann ich berichten, dass folgende Tätigkeiten von verschiedenen Familienmitgliedern vollzogen werden, während der Fernseher nebenbei läuft und gelegentlich eines Blickes gewürdigt wird.

  • aufräumen
  • putzen
  • Wäsche aufhängen
  • bügeln
  • Geschirr waschen
  • kochen
  • essen
  • am Computer arbeiten
  • am Laptop arbeiten
  • Hausaufgaben machen
  • lernen
  • lesen
  • online recherchieren
  • chatten, emails schreiben
  • bloggen
  • zeichnen
  • nähen
  • telefonieren
  • kuscheln
  • schlafen
  • mit Hanteln Bizeps trainieren
  • am Laufrad trainieren
  • mit Hund spielen
  • Zähne putzen
  • Zehennägel lackieren

August 11, 2007

SPAM – Poesie: „competent axolotl divine“

Gespeichert unter: Cultural Studies, Internet, Kurioses — Sigrid @ 9:27
Tags:

axolotl

Ich bekomme immer mehr Spam mails, und so geht es wohl jedem. Nachdem ich mich erst zunehmend geärgert habe, bemühe ich mich seit geraumer Zeit die Sache mit Humor zu sehen, und wenn ich allmorgendlich die Absender- und Betreffzeilen scanne, versuche ich, mich an der absurden Poesie, die in den täglich neuen Wortschöpfungen steckt, zu amüsieren.

Heute habe ich von „Alisa Alford“ unter dem Betreff: „competent axolotl divine“ ein besonders absurdes mail bekommen:

character against briar breadth. anomie bater colloq attire cairn batik. brontosaurus atrophy cit and countrywide brig compressor bulkhead colloquia. breathtaking barn belfast crow adriatic debate declaim.

Und ein weiteres von Madeleine Maurer mit dem Betreff: „axolotl deplete christian“

aryatid aorta, dialysis deltoid butadiene, albeit afterlife. crest coarsen cbs analogue
broadcast bunsen alcohol. apprehend cornbread beatific cycad crabapple budge brahms bookstore
addend corcoran dioxide ammeter. aldrich birthright bogus dailey begotten alluvial culver

Ohne weiteren Anhang, ohne link, ohne Kaufaufforderung.

Worum geht es hier? Einfach nur darum Datenleitungen zu blockieren und den Cyperspace mit Unsinn zuzumüllen? Wofür steht Aloxotl? Handelt es sich hier um verschlüsselte Geheimbotschaften? Kryptische Aufrufe zu Terroranschlägen? Oder ist es eine poetische Aktion im virtuellen Raum, vergleichbar mit den Zettelpoeten al la Helmut Seethaler, der den öffentlichen Raum in Wien seit drei Jahrzehnten mit Literatur im Kleinstformat in der Form von „Pflückgedichten“ beehrt?

Illustration von hier

August 10, 2007

Harry Potter Übersetzungen

Gespeichert unter: Cultural Studies, Populärkultur — Sigrid @ 10:14

Für alle die ihre Sommerfrische mit der Lektüre von Harry Potter 7 verschönt und noch immer nicht genug haben, hier ein paar interessante Blogbeiträge über das Harry Potter Fan-Universum:

Ein 16 jähriger französischer Jugendlicher wurde verhaftet, weil er den Band übersetzt und die Übersetzung ins Netz gestellt hatte, da die offizielle französische Version erst in drei Monaten erscheinen soll. Mehr auf BoingBoing

Und bei Henry Jenkins gibt es zwei längere Beiträge über die russischen Fan- und speziellen Übersetzungskulturen. Interessanter Lesestoff: ‘Oh, Those Russians!’: The (Not So) Mysterious Ways of Russian-language Harry Potter Fandom (Part One)

(Part Two)

Von Hery Jenkins: Everbody Loves Harry?

Gibts auch schon deutsche Fan-Übersetzungen?

Mai 26, 2007

Warum lieben Kinder McDonalds?

Gespeichert unter: Cultural Studies, Populärkultur — Sigrid @ 3:56

happyhalloween.jpg

Gibt es eigentlich empirische, ethnographische Untersuchungen über die Frage, warum Kinder McDonalds lieben? Ich meine keine kapitalismus-globalisierungskritischen Arbeiten, sondern eine (vor)urteilsfreie Untersuchung darüber, warum  McDonalds bei Kindern so beliebt ist? Was verursacht diese spontane Begeisterung bei Kindern? Welche kulturellen Praktiken sind mit MacDonalds verbunden? Inwieweit kollidiert in Bezug auf McDonalds die Vorstellungswelt von bildungsbürgerlichen Mittelstandseltern mit den Vorlieben ihrer eigenen Kinder? Wie zeigen sich im Bildungsbürgertum innerfamiliäre Machtkämpfe und werden Machtverhältnisse artikuliert, damit Kinder im Sinne von Bourdieus Habitus allmählich den „guten Geschmack“ der Eltern annehmen und McDonalds ablehnen lernen?

Januar 24, 2007

Superheroes and Children’s Culture

Vor einigen Wochen habe ich die Abschlussarbeit für mein MA in Media, Culture and Communication, Institute of Education, University of London abgegeben, und somit mein Studium dort abgeschlossen. Die graduation kommt noch im Frühjahr, die lass ich mir nicht entgehen, bin gespannt, ob man sich da wirklich so eine schwarze Robe anziehen muss. Meine Schwiegermutter in Wales hat gesagt, dass sie auch kommt, damit ich nicht allein bin. Jedenfalls eine gute Ausrede, um nach London zu fliegen und dort ein paar Freunde zu treffen, und vielleicht shoppen zu gehen. (Meistens kauf ich Bücher.)

Meine Arbeit war zum Thema Superhelden und Kinderkultur, ein Thema mit dem ich mich schon etliche Jahre beschäftigt habe. Hier ist das abstract, vielleicht übersetze ich es auch mal ins Deutsche, aber das ist nicht leicht weil so viele Begriffe und Formulierungen, die in der englischen Fachliteratur üblich sind, auf Deutsch ganz komisch klingen. Wie übersetze ich zum Beispiel meaning-making? Jetzt muss ich mich vermehrt in die deutschsprachige Literatur einlesen, aber das macht mir keinen Spass. Obwohl ich eigentlich Germanistin bin, lese ich lieber Englisch, vor allem Fachliteratur.

Superheroes and Children’s Culture

Spiderman and Superboy save a Captured Girl

Abstract

The last two decades have seen an increasing media convergence and the promotion and distribution of popular narratives through cross-media texts. The superhero genre forms an important part of children’s media environments and contemporary children’s culture, in particular for boys. Children are not merely consumers of media texts, they are also actively engaged in a range of activities – fantasies, make-believe play, drawing, writing and other forms of meaning-making – reflecting, expanding and commenting on these media texts. Children as storytellers, players and artists draw upon familiar elements from superhero narratives, to create their own meanings. Children’s ability to move across media platforms and across modes of meaning-making with particular ease, may explain the phenomenal success of cross-media narratives such as superhero stories. The paper provides an overview into different areas of children’s participation in the superhero narratives within and without the context of formal educational settings and provides a longitudinal case study of one boy’s engagement with superheroes in his play and meaning-making activities. The paper calls for a re-evaluation of children’s media culture and cultural practices, including educational practices around superheroes.

Sigrid Jones. Dissertation submitted in part fulfillment of the requirements of the MA Media, Culture and Communication Degree of the Institute of Education, University of London. Winter 2006

Illustration: Spiderman and Superboy save a Captured Girl

Medienpädagogik und Cultural Studies III

Gespeichert unter: Cultural Studies, Medienpädagogik — sj @ 9:40

Heinz Moser schreibt in einem Aufsatz, der in der online-Fachzeitschrift MedienPädagogik abrufbar ist, zum Thema Bedürfnisse, soziale Texte und die Cultural Studies

Fazit
Aus dem Gesagten geht hervor, dass es auf der einen Seite für die deutschsprachige Medienpädagogik wichtig wäre, die Ergebnisse der Cultural Studies – 30 Jahre nach Ihren Anfängen in Birmingham intensiver zu rezipieren. Gerade Medienereignisse bieten sich an, als soziale Texte interpretiert zu werden. Der wachsende mediale Einfluss auf soziale Situationen und auf die damit bewusst oder unbewusst verbundenen Symbolisierungen bietet ein zusätzliches Argument für eine Rezeption, welche die Codes, Mythen und Interpretationsangebote des Sozialen hervorhebt. Erfreulich erscheint es deshalb, dass seit dem Ende der Neunzigerjahre eine verstärkte Auseinandersetzung mit den Cultural Studies beobachtet werden kann.

Allerdings hat der Verlauf der Entwicklung der Cultural Studies auch gezeigt, dass man dieser Richtung heute nicht mehr einfach in naiver Begeisterung begegnen kann. Wir haben in diesem Aufsatz drei Problemkreise hervorgehoben, die differenziert zu beurteilen sind:
– Die Pleasures der Rezipienten gegenüber dem Vorwurf der vermeintlich uneigentlichen Bedürfnisse zu rehabilitieren, scheint mir auf der einen Seite eine der wesentlichen Einsichten der Cultural Studies. Dennoch darf dies nicht bedeuten, die Verwirklichung populärkultureller Vorlieben und Vergnügen als solche schon mit oppositionellem Verhalten gegenüber dominierenden Diskursen zu verwechseln. …

– Die Textmetapher scheint besonders geeignet, gesellschaftliche Mythen im Sinne von Barthes zu beschreiben. Aber auch die Formation von Identitäten als medial konstruierte – gleichsam textuelle – Stilelemente ist grundsätzlich ein analytisch fruchtbarer Zugang zur Beschreibung sozialer Realitäten. Dies wird dort allerdings problematisch, wo sich die
Welt in Texte auflöst, die letztlich beliebig interpretiert werden können. Die Welt scheint hier letztlich nur mehr das zu sein, was der Interpret ihr zuschreibt. …. Dagegen wäre festzuhalten, dass die Arbeiten der Cultural Studies gerade dort am stärksten scheinen, wo sie nicht vom Boden der Realität abheben, sondern Rezipientenverhalten und Realitätskonstruktion (etwa in Fanuntersuchungen) auch empirisch erforschen.

– Problematisch für medienpädagogische Konsequenzen kann auch der elaborierte und oft komplexe analytische Zugang zum Sozialen sein, welchen die Cultural Studies praktizieren. Schon die aufklärerischen Konzepte der Siebzigerjahre haben deutlich gemacht, wie schwierig es ist, Medienpädagogik als kognitive Aufklärung zu betreiben. ….

Medienpädagogik und Cultural Studies II

Gespeichert unter: Cultural Studies, Medienpädagogik, Populärkultur — sj @ 2:26

Nachdem ich vor allem mit englischsprachiger Literatur zum Thema vertraut bin, versuche ich mich auf die Rezeption der Cultural Studies im deutschsprachigen Raum, besonders in Hinblick auf die Medienpädagogik einzulesen.

Hier eine Buchrezension, die zugleich eine Kurzeinführung gibt. Die Werkzeugkiste der Cultural Studies. Perspektiven, Anschlüsse und Interventionen Ein Auszug:

Etabliert wurden die Cultural Studies 1964 mit der Gründung des Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) durch R. Hoggart an der Universität Brimingham. Ziel der Forschungsrichtung war es, konkrete Fragestellungen theoretisch und zugleich empirisch zu untersuchen. Ganz im Sinne postmoderner Ansätze wurde eine Gleichsetzung von Hochkultur und Kultur zurückgewiesen. Denn: „Culture is ordinary“. Damit wurde das Augenmerk von Anfang an auf kulturelle Praktiken von sozialen Randgruppen und Subkulturen gerichtet. Die Cultural Studies untersuchen z.B. die Kultur der Arbeiterklassen, jugendliche Subkulturen oder populäre Medienprodukte und deren Aneignung durch Minderheiten. Dabei wird von der These ausgegangen, „dass Kultur ein Kampf um Bedeutungen ist, ein nie zum Stillstand kommender Konflikt über Sinn und Wert von kulturellen Traditionen, Praktiken und Erfahrungen“. Hier klingt bereits die politische Ausrichtung der Cultural Studies an: Es geht sowohl darum, kulturelle Aneignungspraktiken von benachteiligten Minderheiten besser zu verstehen, als auch konkret auf eine Verschiebung der Machtverhältnisse von der Peripherie aus hinzuwirken.
Von Anfang an war diese Forschungsrichtung mit Fragen der Methodik beschäftigt. Kulturalistische bzw. ethnografische sowie strukturalistische Ansätze standen einander gegenüber, bis Stuart Hall, der von 1968 bis 1979 das CCCS leitete, versuchte, beide Richtungen zu verbinden. Seither sind die Cultural Studies durch eine „Bricolage“ an Methoden gekennzeichnet, indem „für ein spezifisches Forschungsprojekt [...] aus verschiedenen wissenschaftlichen Feldern Theorien und Methoden nach pragmatischen und strategischen Gesichtspunkten ausgewählt, kombiniert und angewendet“ werden. Cultural Studies sind also ein dezidiert inter- und transdiziplinäres Unternehmen. Literaturtheoretiker werden ebenso rezipiert und fruchtbar gemacht wie Ansätze der Philosophie (Konstruktivismus), der Ethnografie, der Medienwissenschaft und der Sozialwissenschaft.

Januar 23, 2007

Medienpädagogik und Cultural Studies

Gespeichert unter: Cultural Studies, Medienpädagogik — sj @ 10:40

Ein Aufsatz von Prof. Dr. Hans-Dieter Kübler beschäftigt sich mit Medienbildung zwischen „Medienverwahrlosung“ und Informationsdidaktik. Hier findet sich auch eine kurze Beschreibung des Einflusses von Cultural Studies auf die Medienpädagogik bzw. Medienbildung.

Nicht zuletzt das Birminghamer Centre for Contemporary Culture Studies (CCCS) entdeckte die proletarische Subkultur von Jugendlichen als symbolisch erfüllte Gegen- und Oppositionswelt gegen den britischen Mainstream und ergriff mit ethnographischen Studien Partei für sie. Diese Arbeiten wurden hierzulande eifrig rezipiert und besonders in Konzepten ästhetischen Lernens (Hartwig) weitergeführt. Zugleich legten die britischen Forscher damit das Fundament für eine bis heute verfolgte Variante qualitativer Medienrezeptionsforschung, die so genannten culture studies: Medien fungieren aus ihre Sicht – knapp gesprochen – als Teil der alltäglichen Kommunikation und Verständigung, als symbolische Vermittlungen, die ihre Funktionen und damit Wirkweisen nur in diesen alltäglichen Kontexten erreichen bzw. sie aus ihnen beziehen.

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