Auch in Deutschland hat man eine Filmkanon für Kinder erstellt, einzusehen auf der übrigens augezeichneten Website Mediaculture-Online
Aus dem Text: „Ein Filmkanon aus 35 Filmen soll Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Inhalten sowie der besonderen Ästhetik des Mediums vertraut machen und damit „Filmkompetenz“ vermitteln. Auf Initiative der Bundeszentrale für politische Bildung hat eine 19-köpfige Expertenkommission den Kanon zusammengestellt. Zu der Kommission gehörten Regisseure wie Tom Tykwer oder Volker Schlöndorff und weitere namhafte Filmwissenschaftler, Produzentinnen und Medienpädagogen.
Natürlich löste der Filmkanon auch Kritik aus: Wurden zu viele gut „abgehangene“ Klassiker gewählt? Warum ist keine einzige Regisseurin vertreten? Macht es prinzipiell Sinn, mit Filmkanon(en) auf ABC-Schützen zu „schießen“? Die Bundeszentrale für politische Bildung hat auf ihrer Internetseite ein Forum eingerichtet und zur Diskussion eingeladen.
So oder so sorgt der Filmkanon dafür, das Medium Film in den Blickpunkt zu rücken. Auch Mediaculture-Online hat die Anregung aufgegriffen und Informationen gesammelt, die verdeutlichen, worin die besondere Bedeutung der jeweiligen Filme liegt. Außerdem haben wir in den Containern rechts Handouts und Texte zusammengestellt, die zur Auseinandersetzung mit dem Thema Film anregen können.“
Hans-Dieter Kübler äußert sich dazu folgendermassen: „Wenn die Bundeszentrale für politische Bildung, zusammen mit 19 Filmexperten und mit Unterstützung der Kulturstaatsministerin, auf einem pompösen Kongress in Berlin mit dem Titel „Kino macht Schule“ im März 2003 einen „obligatorischen Filmkanon“, ein so genanntes „Kerncurriculum“ von insgesamt 35 Spielfilmen, die nun in der Schule behandelt werden sollen, anempfiehlt, dann fühlt man sich zum einen in die Filmerziehung der 50er Jahre zurückversetzt, wo Kindern und Jugendlichen mit dem damals als ‚gut’ erachteten Film die Fähigkeit des Hinaufschauens beigebracht und ihre zaghaften, aus heutiger Sicht harmlosen Neigungen für Western und Sexfilmen vergällt werden sollten. Zum anderen wird eine als überholt gedachte Kanon-Diskussion wieder zum Leben erweckt, wie sie etwa in der Literatur und Kunst längst ad acta gelegt worden ist. Nichts gegen eine verstärkte, auch systematische Schule des Sehens, aber doch nicht mit einem kanonischen Pensum!“
Nichts desto trotz, wenn man solche Kanons wie auch alle möglichen anderen „best of“ Listen nicht ganz so erst nimmt, muss man sagen, dass die Veröffentlichung so eines Kanons wengsten in den Medien anständig und damit meine ich auch durchaus kontrovers diskutiert wird, und dadurch auch die Medienpädagogik ins Blickfeld kommt.
Wenn’s jetzt bald einen österreichischen Kanon gibt, wisst Ihr, Ihr habt es hier zuerst gelesen.