MedienABC

Oktober 5, 2009

Literaturempfehlungen für LehrerInnen

Hier ist eine kurze Literaturliste, ausgewählt für LehrerInnen, die sich ein bisschen fundierter mit diversen Medien auseinandersetzen wollen.

1. Bilderbuch: Thiele, Jens (2000) Das Bilderbuch: Ästhetik, Theorie, Analyse, Didaktik, Rezeption. Isensee.

2. Comics: Scott McCloud (2001) Comics richtig lesen. Carlsen Verlag

3. Film James Monaco et al. (2000) Film verstehen: Kunst, Technik, Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der Medien. Mit einer Einführung in Multimedia. Rowohlt Tb

4. Design und Typographie William Robins (2008) Design & Typographie. Die überraschend einfachen Gesetze guten Designs. Wie Sie Seiten gestalten, die jeder gerne liest. Addison-Wesley

5. Computerspiele Konstantin Mitgutsch und Herbert Rosenstingl (2009) Schauplatz Computerspiele. Braumüller Lesethek

August 9, 2008

Mix deine Hits

Da meine Familie britisch sozialisiert ist, gibt es bei uns keine Semmeln sondern cereals, also Corn Flakes und Co. zum Frühstück. Seit wir in Österreich leben, ärgere ich mich über die meistens blödsinnigen Werbegeschenke in den Packungen. In Großbritannien waren da lustigere Sachen dabei. Aber heute, als ich im Supermarkt nach bewährten Kellogsprodukten griff, zeigte sich, dass ihnen hier mal was Gescheiteres eingefallen, ist, jedenfalls so macht es den ersten Eindruck. In den Packungen findet sich jeweils eine aus einer Serie von CDs mit Software, die zur Medienproduktion einlädt. Mix Master erlaubt es vorgegebene Tonspuren DJ mässig zu scratchen; mit Hit Studio kann man Songs aus verschiedenen Tonspuren mischen; Mit Clips Studio kann man Musikvideos basteln und mit Dance kleine Animationen machen. Ich habe zwar noch keines der Produkte getestet, und ich nehme an, dass sie nur eingeschränkte Funktionen haben und beschränkt Kreativität zulassen, aber wer weiss. Ohne für Kellogs Werbung machen zu wollen, lässt sich damit sicher das eine oder andere kleine Schulprojekt schon in der Volksschule gestalten, ohne hohe Softwarekosten und Sorgen (falls die ein Lehrer hat) darüber, dass man irgendwelche Copyrights verletzt. Das Interface von Clip Studio erinnert durchaus an andere Videoschnitt-Software und so lassen sich damit erste Schritte der Medienproduktion spielerisch erlernen und Grundkenntnisse der Funktionen und Terminologie erwerben, um dann die Neugierde auf mehr zu machen. 

Interessant ist das auch aus einer anderen Perspektive, da sich an dieser Werbekampagne zeigt, dass das was unter Remix-Culture meist in Sinne von kreativen Subkulturen abhandelt wird, bereits längst zum Mainstream gehört. Aktive Medienpartizipation erlernen die Kinder, die Zugang zu einem Computer, dem Internet und der einen oder anderen (Gratis) Software haben und über ein soziales Netz der Unterstützung verfügen ganz nebenbei. Es wird Zeit, dass da auch in den Schulen komplementär dazu Medienbildung betrieben und Multimodalität gefördert wird.


September 15, 2007

Ein Laptop für jedes Volksschulkind


another olpc photo ursprünglich hochgeladen von tristyn

Die „One Laptop Per Child“-Initiative soll demnach auch an Österreichs Schulen mit rund 100 Kinder in vier Volksschulklassen ausprobiert werden. Das erklärte Aaron Kaplan von OLPC Austria dem Standard heute. Man wolle „Neue Arten des Lernens finden“.OLPC Austria veranstaltet auch einen weltweiten Wettbewerb zur Erstellung von Lernsoftware, die – so wie ich das verstehe – als Open-Source Software allen OLPC zu Verfügung stehen soll.

Vorrangig sei jetzt die Suche nach Schulklassen, die sich an dem Pilotprojekt beteiligen wollen, idealerweise mit Lehrern, „die eine Brücke zwischen der Informatik und dem pädagogischen Konzept schlagen können“ (Kaplan). (Helumt Spudich, Der Standard, Printausgabe 15.9 .2007)

Das könnte durchaus interessante Ergebnisse bringen. Die wirkliche Frage ist allerdings, welche Art von pädagogischem Konzept hinter so einer Aktion steht, denn nicht die Technologie sondern die Pädagogik und die Inhalte bestimmen das Ergebnis.

Man fragt sich – sollen die Laptops eingesetzt werden, um alte Lehr/Lerninhalte in neue Schläuche zu verpacken? Theoretisch gäbe es hier die Möglichkeit, hier weit darüber hinaus zu gehen und die enge Vorstellung von Alphabetisierung als Lese/Schreibfähigkeit auf multimodale Literalität zu erweitern – also auf die Fähigkeit auch multimodale und multimodale Texte produzieren und kritisch-analytisch rezipieren zu können. Gerade im Volksschulalter, in dem die Fähigkeit der Kinder sich multimodal auszudrücken – sei es durch Sprechen, Singen, Darstellen, Bewegung, Rollenspiel, Zeichnen, Malen usw. – noch nicht verloren gegangen, bzw. unterdrückt worden ist, würden sich hier viele Möglichkeiten für kreativen Unterricht bieten, ohne dass das Lesen/Schreiben dabei zu kurz kommen muss.

Zum Thema Laptopklassen gibt es auch einen Beitrag im aktuellen im merz vom August 2007. Jürgen Bofinger beschreibt in seinem Beitrag „Laptops im Unterricht – unnützes Zeug?“ das Resultat seiner Studie Digitale Medien im Fachunterricht: „Ein Unterricht, in dem die Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Mädchen und Jungen im Vordergrund steht, profitiert in besonderer Weise von Schülerlaptops – aber eben in dieser Reihenfolge.“ Ein offener, schülerzentrierter Unterricht brachte im Gegensatz zu einem eher lehrerzentrierten Unterricht nach Aussage der befragten Lehrkräfte den höchsten Mehrwert für die SchülerInnen.

Juni 9, 2007

Kreativität

Gespeichert unter: Multimodal Literacy, Vortrag & Lehre — sj @ 8:31

Rede von Sir Ken Robinson auf TED talks. Auf den Punkt gebracht: er sagt, dass wir in den Schulen den Kindern die Kreativität aberziehen; dass Kreativität den gleichen Status wie Lesen/Schreiben/Rechnen habe sollte. Er argumentiert für eine Ökologie des Menschen, die nicht nur das Gehirn (bzw. nur eine Gehirnhälfte) fördert.
Vielleicht nicht sehr neu, aber er sagt es auf äußerst amüsante Weise.

Anderes über Kreativität auf Gapingvoid „How to be Creative“

Mai 28, 2007

Nicht die Technologie, sondern die Inhalte bestimmen das Ergebnis.

114446615687-thumb.jpg
cartoon von www.gapingvoid.com

In vielen Ländern gab und gibt es breite regierungsgestützte Intitiativen, die die Einführung von Computern in Schulen und Klassenzimmern inklusive Internetzugang sowie die Aus-und Fortbildung von LehrerInnen vorantreiben, so natürlich auch in Österreich. Die Einführung von Computern im Klassenzimmer führt jedoch nicht automatisch zu besseren Lernergebnissen – dies ist die Erkenntnis, zu der etliche vom EPPI – Centre in London durchgeführten Vergleichsstudien kamen. Das vielleicht nicht so ganz überraschende Ergebnis: LehrerInnen sind wichtiger als Technologie. Die Wirkung und Resultate bezüglich IKT und Literalität (Sprache/Lesen/Schreiben/Literatur) hängen von den Ideologien, Wertvorstellungen und Methoden ab, die die LehrerInnen einbringen. Well, duh!

Interessant aber ist eine Vergleichsstudie, die sich mit der Beschäftigung und der Produktion von Moving Image Text im Klassenzimmer, also mit Film- und Medienbildung im weiteren Sinn im Unterricht beschäftigt. Diese Film- und Medienbildung beruht auf einem erweiterten Begriff dessen, was „Lesen/Schreiben“ eigentlich ausmacht und bezieht sich explizit auf populär-kulturelle Praktiken und die Anwendung digitaler Medien auch ausserhalb der Schule.

Etliche Studien fanden, dass der Unterricht, in dem ein Zusammenhang zwischen media literacy und den Medienerfahrungen und Interessen junger Menschen hergestellt wird, höhere Motivation und mehr Qualität in der Arbeit hervorbrachte. Die Auseinandersetzung mit audiovisuellen Medien führte zu positiven Ergebnissen in Hinblick auf eine breit definierte Literalität - ein „Lesen/Schreiben/Sprechen/Verstehen“, welches multimodale Kommunkation (multimodal literacy) mit einschliesst.

Multimodal literacy ist ein Begriff, der in angelsächsischen Ländern sowohl in der Forschung, aber auch in der pädagogischen Anwendung, zum Beispiel in Lehrplänen, Empfehlungen und Richtlinien bereits Eingang gefunden hat. Die social semiotic theories of multimodal communication, die Theorie der Multimodalen Kommunikation, so der EPPI-Report, bietet nützliche Werkzeuge, um Lernprozesse im Zusammenhang mit audiovisuellen Medien zu untersuchen und verstehen.

(mehr…)

  • About

  • Neueste Artikel

  • Kategoriewolke

    Bewahrpädagogik Community of Practice Computerspiele Cultural Studies Filmvermittlung In eigener Sache Internet Kurioses Lehrerausbildung media education Media Education & Media Literacy media literacy Medienbildung & Medienerziehung Medienpädagogik Multimodal Literacy Onlinevideo Politik Populärkultur remix retro Satire & Humor Schulprojekt Tagung Uncategorized Universität & Forschung Unterrichtsmaterial Video Videospiele Visual Literacy Vortrag & Lehre Web 2.0 & Social Software Wettbewerbe Österreich Österreichische Medienpädagogik Blogs
  • Del.icio.us

  • Archive

  • EuroMediaLiteracy charet signatory
  • Add to Technorati Favorites
  • Bloggen Sie auf WordPress.com.