Interessante Slideshow: „Zur Genese offener Werke: Rotkäppchen 2.0, Medienwandel und schriftliche Mündlichkeit“ von Sabria David.
Oktober 26, 2009
Oktober 1, 2009
Schule im Kino
Das Filmmuseum meldet: „Das Filmmuseum ist in die neue Saison gestartet und bietet auch in diesem Jahr ein interessantes Vermittlungsprogramm für Schulklassen an. Im Vermittlungsprogramm SCHULE IM KINO können Sie mit Ihren Schulklassen zu kostenlosen zweistündigen Präsentationen zu verschiedenen Themen ins Filmmuseum kommen. Im Anhang finden Sie unseren Flyer. Informationen zum Programm und das Anmeldeformular zum Download finden Sie auf: http://www.filmmuseum.at
Im Vermittlungprogramm FOKUS FILM widmen wir uns in diesem Schuljahr dem Thema „Off-Hollywood“. Interessierte Schulklassen können ein ganzes Semester lang an diesem Themenschwerpunkt teilnehmen und sich intensiver mit einem Kino abseits des Hollywood-Mainstreams beschäftigen. Die Ausschreibung zum „Fokus: Off-Hollywood“ finden Sie auf http://www.filmmuseum.a
Wir empfehlen Ihnen eine rasche Anmeldung, da gewisse Programme oft schnell ausgebucht sind.“
Januar 27, 2009
Medienbildung ist Teil der Allgemeinbildung
In letzter Zeit scheint der Begriff Medienbildung in vielen Diskursen die Begriffe Medienpädagogik und Medienkompetenz abzulösen. Es wurde erkannt, dass Medienpädagogik nicht unbedingt positive Assoziationen weckt. Einerseits werden im allgemeinen Sprachgebrauch damit oft eher bewahrpädagogische Inhalte und Anliegen gemeint, im Sinne eines Versuches der Erziehung in Hinsicht auf eine Änderung des Mediennutzungsverhaltens. Andererseits wird unter Medienpädagogik oft das verstanden, was eigentlich Mediendidaktik ist, das Lernen durch Medien im Unterricht. Der inflationäre Gebrauch des Begriffes Medienbildung ist mir leicht suspekt: Wird hier nur alter Wein in neuen Schläuchen verkauft?
Bei MediaCulture Online habe ich eine interessante Definition von Medienbildung von Dieter Spanhel gefunden. Besonders brauchbar finde ich die Grafik von Jochen Hettinger, die sehr deutlich Medienpädagogik und Medienbildung voneinander abgrenzt. Ich habe sie neu gestaltet, damit sie auch meinen persönlichen Design-Ansprüchen standhält, und ich sie in meinen Lehrveranstaltungen verwenden kann.
Hier zitiere ich den Beitag von MediaCulture Online:
Im Laufe der letzten Jahre taucht in der Diskussion um die Medienpädagogik immer häufiger auch das Wort „Medienbildung“ auf. Während die Aufgaben der Medienpädagogik recht klar beschrieben sind, steht eine Definition der Medienbildung noch am Anfang. Medienbildung erschöpft sich nicht in der Vermittlung von Medienkompetenz, sondern weist über die reine Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten hinaus. Der Begriff erfasst sowohl die mediale Gestaltung unseres Alltags als auch die Anforderung an Kommuniktionsfähigkeiten, die medienvermittelt an uns gestellt sind sowie kulturelle Aspekte.
Dieter Spanhel hat die Medienbildung so beschrieben: „Im engeren Sinne ist dann Medienbildung ein Aspekt der Persönlichkeitsbildung als Prozess und als Ergebnis des Prozesses der Vermittlung von Welt und Selbst durch Medien. Medienbildung ist ein Prozess, in dem der Heranwachsende und der Erwachsene sein ganzes Leben hindurch eine kritische Distanz zu den Medien und ihren Weiterentwicklungen aufbaut und eine Verantwortungshaltung gegenüber den Medien und im Umgang mit ihnen einnimmt. In diesem Kontext wird dann Medienkompetenz zusammen mit anderen Kompetenzen (z.B. Sozial-, Fach- oder Selbstkompetenz) zu einer wesentlichen Voraussetzung für Persönlichkeitsbildung. Wesentlich deshalb weil ohne Medienkompetenz überhaupt keine Bildung möglich ist, weil alle Bildung auf dem repräsentationalen Denken, also auf dem Zeichengebrauch beruht. In diesem Sinne müsste Medienbildung als Teil der Allgemeinbildung gesehen werden“.
Mai 9, 2008
Bullet Point
Der Titel dieser Präsentation lebt von der Doppeldeutigkeit des englischen Begriffes bullet, welcher Pistolenkugeln und als bullet point Aufzählungszeichen bedeutet. Es ist eine ausgezweichnete Einführung in die Kunst der Präsentation mit Powerpoint – die klar zeigt, dass PowerPoint am besten funktioniert, wenn man diese als visuelles Medium einsetzt und Bilder verwendet, um Ideen zu kommunizieren.
Meiner Erfahrung liegt in einer wirklich gute Präsentation sehr viel Arbeit. Einerseits muss man den Inhalt des Vortrages vorbereiten, wie bisher, andererseits muss man das Ganze noch einmal aus einer visuell-kommunikativen Perspektive durchdenken, und dann auch noch die geeigneten Bilder finden, wofür viele Stunden an Recherche draufgehen können. Leider habe ich nicht die Zeit, das für jede Lehrveranstaltung zu machen, aber für wichtige Vorträge zahlt es sich aus. Ich möchte bei einem Vortrag die Zuhörer nicht nur mit meiner ungeheuren Intelligenz und Originalität beeindrucken, sondern sie unterhalten.
Und das ist nicht leicht. Ich habe immer Professoren bewundert, die bei Vorlesungen Humor und Witz gezeigt haben – bei meinem Studium an der Wiener Uni ist mir vor allem Prof. Schmidt-Dengler in guter Erinnerung – und deshalb schätze ich wahrscheinlich die britische Kultur der öffentlichen Rede, wo es nicht nur üblich ist, sondern als eine besondere Art von Brillianz gilt, wenn der Redner, sei er Politiker oder Uniprofessor, auch fähig ist, intelligente Witze zu machen. Deshalb sind dort auch Fernsehübertragungen von parlamentarischen Sitzungen im Unterhaus, ja sogar ganz normale Insitutssitzungen an der Uni unterhaltsam. Aber ich schweife ab – leider bin ich rhetorisch nicht so brilliant wie ich es gerne wäre, aber mit Hilfe einer guten Powerpoint Präsentation habe ich es auch schon geschafft, das Publikum ein, zwei Mal zum Lachen zu bringen, und dadurch zu verhindern, dass es einschläft.
Hier das Link zu einem früheren Posting und Video zu „Tod durch Powerpoint“
November 8, 2007
Media Literacy Award [mla] 07
Die Präsentation und Preisverleihung findet vom 7.-9. November im
Museumsquartier/ Dschungel statt. Ich war am Eröffnungsabend, an dem Elisabeth Scharang einen Vortrag hielt über das Problem von Privatheit und Öffentlichkeit in der Medienarbeit und die Verantwortung, die letzlich auch junge Medienmacher tragen, bei der Auswahl und Zusammenstellung des Materials, welches sie der Öffentlichkeit zugänglich machen. Sie bezog sich hier insbesondere auf ihre eigenen Erfahrungen mit Radio und dokumentarischem Filmen.
Ich fand das wirklich spannend, vor allem, weil Bewusstsein über diese ethische Dimension des Medienschaffens unter Kindern und Jugendlichen heute enorm wichtig ist, da die Verbreitung von Inhalten an ein breites Publikum online heute so leicht ist – man denke an all die Handyvideos, die auf YouTube zu sehen sind.
Oktober 2, 2007
u19 freestyle computing
Neuigkeiten via KulturkontaktAustria und Zoom Kindermuseum:
„Die künstlerische, visionäre und kreative Auseinandersetzung von Kindern und Jugendlichen mit neuen Technologien bildet den thematischen Schwerpunkt der von 2. – 28. Oktober 2007 andauernden Ausstellung „u19 freestyle computing“. Es werden die spannendsten Projekte der letzten zehn Jahre aus der gleichnamigen Kategorie des Prix Ars Electronica präsentiert.
Bei der Eröffnung am 4. Oktober 2007 um 19 Uhr diskutieren Expertinnen und Experten, in welcher Art Kinder und Jugendliche die neuen Technologien kreativ nutzen und für ihre Ausdrucksweise einsetzen. Mit dabei ist auch der Künstler und Starfotograf Oliviero Toscani, bekannt unter anderem durch seine legendären Benetton Kampagnen. Es sprechen: Sybille Straubinger | Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete in Wien, Susanne Brandsteidl | Präsidentin des Stadtschulrats für Wien, Martin Bredl | Leiter Kommunikation Telekom Austria TA AG, Elisabeth Menasse-Wiesbauer | Direktorin ZOOM Kindermuseum, Sirikit Amann | KulturKontakt Austria, Oliviero Toscani | Künstler, Moderation: Gerfried Stocker | Künstlerischer Leiter Ars Electronica
Die Diskussionsveranstaltung wird im Internet live unter http://streaming.telekom.at übertragen. Weitere Informationen: www.u19.at. Ausstellungsrundgang und Empfang ab 20:30 Uhr im net.culture.space im quartier21/MQ (transeuropa) Museumsplatz 1, 1070 Wien „
August 16, 2007
Tod durch Power Point
Bei der Vorbereitung von Vorträgen ist es immer nützlich sich die Hinweise von Kabarettisten Don McMillan zu Herzen zu nehmen:
Future and Reality of Gaming. Computerspiele in Forschung und Praxis
Vom 21. bis 23. September 2007 veranstaltet die BuPP im Wiener Rathaus eine Fachtagung im Rahmen von „GAME-CITY – Computerspiel findet Stadt.“
Aus der Pressemitteilung:
Die dreitägige Fachtagung in hochkarätiger Besetzung aus dem deutschen Sprachraum richtet sich an pädagogisch und spieltheoretisch interessierte ExpertInnen, SozialarbeiterInnen und BesucherInnen der Veranstaltung „GAME-CITY – Computerspiel findet Stadt“ im Wiener Rathaus.
So viel ich weiss, sind die Tracks am Samstag und Sonntag offen zugänglich – mein Betrag über Medienbildung am Sonntag, den 23.9. um 11h richtet sich insbesondere auch an Eltern und LehrerInnen.
Hier das Programm: Fachtagung Computerspiele in Forschung und Praxis der BuPP
Juni 9, 2007
Kreativität
Rede von Sir Ken Robinson auf TED talks. Auf den Punkt gebracht: er sagt, dass wir in den Schulen den Kindern die Kreativität aberziehen; dass Kreativität den gleichen Status wie Lesen/Schreiben/Rechnen habe sollte. Er argumentiert für eine Ökologie des Menschen, die nicht nur das Gehirn (bzw. nur eine Gehirnhälfte) fördert.
Vielleicht nicht sehr neu, aber er sagt es auf äußerst amüsante Weise.
Anderes über Kreativität auf Gapingvoid „How to be Creative“
März 19, 2007
Antwort auf Adorno
Schaut man sich diesen Clip an, fällte es nicht schwer zu verstehen, warum Adorno von manchen quasi als ein Grossvater der Bewahrpädagogik gesehen wird. Die elitäre Haltung Adornos und anderer Vertreter der Frankfurter Schule gegenüber Populärkultur bzw. „Massenkultur“, hier konkret „Unterhaltungsmusik“, und deren nachhaltiger Einfluss auf das (deutschsprachige) Bildungsbürgertum, ist wohl einer der Gründe warum die Medienpädagogik, bzw Bewahrpädagogik mittlerweile in eine veritable Sackgasse geraten ist, oder … ahem, sich den eigenen Ast abgesägt hat. Denn die gesellschaftlichen Veränderungen und die Entwicklungen, vorangetrieben durch die digitalen Medien und das Internet, haben diese Positionen längst überholt.
Und jetzt setzt sich das Volk bzw. „Massenpublikum“ via Web 2.0 zur Wehr.
Man darf sich zurecht fragen, warum stellt jemand ausgerechnet diesen Adorno-Clip unkommentiert ins wild-wachsende YouTube-Netz? Es ist anzunehmen, dass hier jemand eine Diskussion, sei es im Postingforum, oder sogar in Form einer Video-Response provozieren wollte.
In einem anderen Forum, dem Volkslexikon Wikipedia steht unter „Kritik“ an der Frankfurter Schule: Die intellektuelle Perspektive der Frankfurter Schule sei in Wirklichkeit eine romantische, elitäre Kritik der Massenkultur im neomarxistischen Gewand: Was die Theoretiker wirklich ärgere, sei nicht die soziale Unterdrückung, sondern die Tatsache, dass die Massen Ian Fleming und den Beatles gegenüber Samuel Beckett und Anton Webern den Vorzug geben. Aus marxistischer Sicht wird kritisiert, dass die Kritische Theorie selber eine Form des bürgerlichen Idealismus darstelle, die keine inhärente Beziehung zur politischen Praxis habe und von jeder revolutionären Bewegung isoliert sei. Georg Lukács pointierte diese Kritik mit seiner Metapher, die Mitglieder der Frankfurter Schule lebten in einem „Grand Hotel Abgrund“, von dessen Terrasse aus sie bei einem Aperitif das Elend der Welt betrachteten.
Wenn Adorno Joan Baezs Protestsongs als unerträglich schnulzenhaft empfand, was dachte er dann wohl über ihr Oh Lord, won’t you buy me a Mercedes Benz? Dem kleinen pointierten Foto-Beitrag von Barbara Klemm nach wirkt er eher lustfeindlich, oder hatte er einfach keinen Sinn für Humor?
Eine interessante Anwort auf Adorno findet sich indes auf YouTube (Die Schlümpfe fressen Adorno):
Der Autor adornoschlumpf nimmt sich ein Adorno-Zitat vor und vereinnahmt zudem ein Versatzstück der Populärkultur (über das Adorno wohl auch die Nase gerümpft hätte, gehören doch Zeichentrickfilme für Kinder zu den verachtetsten Fernsehgenres überhaupt) und das sicherlich, ohne sich die „Rechte“ für den Film eingeholt zu haben. Er legt dem Brillen-Schlumpf das Zitat in den Mund, worauf ihm der Ast abgesägt wird. Der Autor kreiert dadurch seinen eigenen zweifach subversiven Text, schafft eine neue Bedeutung, die sowohl die intellektuelle als auch die populäre Position unterwandert. Siehe auch remix culture und remix culture und textual poaching. Der Autor dieses Videos ist laut eigener Angabe 16 Jahre alt und kommt aus Österreich. Wenn das stimmt, stellt sich die Frage: Wo hat dieser junge Mann (diese junge Frau) so zu denken und sich multimodal auszudrücken gelernt? Wahrscheinlich nicht in der Regelschule.
Eine poetische Antwort auf Adorno findet sich indes in diesem Kurzfilm adorno neden delirdi von Mert Bilek, 21, aus der Türkei.





