MedienABC

Sprache, Schrift und Medienbildung in der Grundschule

Ein Laptop für jedes Volksschulkind


another olpc photo ursprünglich hochgeladen von tristyn

Die „One Laptop Per Child“-Initiative soll demnach auch an Österreichs Schulen mit rund 100 Kinder in vier Volksschulklassen ausprobiert werden. Das erklärte Aaron Kaplan von OLPC Austria dem Standard heute. Man wolle „Neue Arten des Lernens finden“.OLPC Austria veranstaltet auch einen weltweiten Wettbewerb zur Erstellung von Lernsoftware, die – so wie ich das verstehe – als Open-Source Software allen OLPC zu Verfügung stehen soll.

Vorrangig sei jetzt die Suche nach Schulklassen, die sich an dem Pilotprojekt beteiligen wollen, idealerweise mit Lehrern, „die eine Brücke zwischen der Informatik und dem pädagogischen Konzept schlagen können“ (Kaplan). (Helumt Spudich, Der Standard, Printausgabe 15.9 .2007)

Das könnte durchaus interessante Ergebnisse bringen. Die wirkliche Frage ist allerdings, welche Art von pädagogischem Konzept hinter so einer Aktion steht, denn nicht die Technologie sondern die Pädagogik und die Inhalte bestimmen das Ergebnis.

Man fragt sich – sollen die Laptops eingesetzt werden, um alte Lehr/Lerninhalte in neue Schläuche zu verpacken? Theoretisch gäbe es hier die Möglichkeit, hier weit darüber hinaus zu gehen und die enge Vorstellung von Alphabetisierung als Lese/Schreibfähigkeit auf multimodale Literalität zu erweitern – also auf die Fähigkeit auch multimodale und multimodale Texte produzieren und kritisch-analytisch rezipieren zu können. Gerade im Volksschulalter, in dem die Fähigkeit der Kinder sich multimodal auszudrücken – sei es durch Sprechen, Singen, Darstellen, Bewegung, Rollenspiel, Zeichnen, Malen usw. – noch nicht verloren gegangen, bzw. unterdrückt worden ist, würden sich hier viele Möglichkeiten für kreativen Unterricht bieten, ohne dass das Lesen/Schreiben dabei zu kurz kommen muss.

Zum Thema Laptopklassen gibt es auch einen Beitrag im aktuellen im merz vom August 2007. Jürgen Bofinger beschreibt in seinem Beitrag „Laptops im Unterricht – unnützes Zeug?“ das Resultat seiner Studie Digitale Medien im Fachunterricht: „Ein Unterricht, in dem die Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Mädchen und Jungen im Vordergrund steht, profitiert in besonderer Weise von Schülerlaptops – aber eben in dieser Reihenfolge.“ Ein offener, schülerzentrierter Unterricht brachte im Gegensatz zu einem eher lehrerzentrierten Unterricht nach Aussage der befragten Lehrkräfte den höchsten Mehrwert für die SchülerInnen.

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